AfD in Nordrhein-Westfalen: AfD in NRW will Verfügung gegen Bundesvorstand zurückziehen

Datum21.07.2026 01:20

Quellewww.zeit.de

TLDRDer AfD-Landesverband Nordrhein-Westfalen will eine einstweilige Verfügung gegen den Bundesvorstand zurückziehen. Hintergrund ist ein Kompetenzstreit um eine gescheiterte Kandidatenwahl für 2027, bei der es zu Chaos und Vorwürfen kam. Der Bundesvorstand drohte mit einer Untersuchung des NRW-Verbandes. Nun hofft der NRW-Chef Martin Vincentz auf Deeskalation, um die Partei nicht weiter zu schädigen.

InhaltDie AfD-Bundespartei hatte im Streit mit dem NRW-Landesverband den Druck erhöht. Nun will dieser nach ZEIT-Informationen eine einstweilige Verfügung zurücknehmen. Der Landesverband der AfD in Nordrhein-Westfalen will seine einstweilige Verfügung gegen den Bundesvorstand der Partei zurückziehen. Dies geht aus einer E-Mail des AfD-Landeschefs Martin Vincentz hervor, die der ZEIT vorliegt. "Nie war es meine Absicht mit euch in Konflikt zu geraten, oder den Eindruck zu erwecken Beschlüsse des Bundesvorstandes nicht ernst zu nehmen", heißt es dort an die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla gerichtet. Hintergrund ist ein Konflikt zwischen rivalisierenden Lagern im nordrhein-westfälischen Landesverband. Die Unterstützer von Landeschef Vincentz stehen dem geringfügig schwächeren Lager um Vorstandsmitglied Sven Tritschler gegenüber, das Alice Weidel nahesteht. Auf der Kandidatenwahl für die Landtagswahl 2027 in Marl am vorvergangenen Wochenende hatten sich rivalisierende Delegierte gegenseitig der Erpressung sowie Handgreiflichkeiten beschuldigt. Es wurden mehrere Strafanzeigen gestellt. Zudem wurden einzelne Wahlgänge mit Kandidaten geflutet, sodass die Versammlung in ein Chaos mündete. Der Bundesvorstand forderte daraufhin den NRW-Vorstand auf, die Versammlung beenden zu lassen und die Wahl neu zu beginnen, weil angeblich Delegierte "bedroht und erheblich unter Druck gesetzt" worden seien. Die Landesführung um Vincentz lehnte das strikt ab. Sie reichte als Antwort beim Landgericht Düsseldorf eine einstweilige Verfügung ein, in der sie der Bundesführung untersagte, sich in die Angelegenheiten der Wahlversammlung einzumischen und Einfluss auf die Teilnehmer zu nehmen. Der AfD-Bundesvorstand kündigte daraufhin eine Untersuchungskommission an, um Entscheidungen des NRW-Landesvorstands zu prüfen. Nach Informationen aus der Parteiführung sollen insbesondere die Finanzen des Landesverbands der vergangenen Jahre durchleuchtet werden, aber auch andere Beschlüsse, und die Praxis der Aufnahme von Mitgliedern in die Partei näher in Augenschein genommen werden. Er bedauere "die wechselseitige Eskalation der letzten Tage", schreibt Vincentz nun in der E-Mail. Es sei ihm daran gelegen, zu deeskalieren – auch um Schaden von der Partei abzuwenden und "die Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern nicht zu belasten".