Lindsey Graham: Darline Graham bewirbt sich um Senatssitz ihres Bruders

Datum20.07.2026 21:59

Quellewww.spiegel.de

TLDRDarline Graham kandidiert bei den Republikanern für den Senatssitz ihres verstorbenen Bruders Lindsey Graham. US-Präsident Donald Trump unterstützt ihre Bewerbung, die am 11. August stattfindet. Graham füllt bereits Grahams verbleibende Amtszeit aus. Allerdings gibt es Herausforderungen bei der Wahlkampffinanzierung: Sie kann nicht direkt auf das Vermögen ihres Bruders zugreifen, da Bundesrecht die Überweisung von nur 2000 US-Dollar erlaubt. Höhere Summen sind jedoch über das National Republican Senatorial Committee möglich.

InhaltLindsey Grahams Schwester tritt bei der republikanischen Vorwahl für seinen Senatssitz an. Donald Trump unterstützt ihre Kandidatur – doch bei der Finanzierung ihres Wahlkampfs stößt sie auf rechtliche Grenzen. Jetzt ist es offiziell: Die republikanische Senatorin Darline Graham kandidiert für eine vollständige Amtszeit im US-Senat. Damit bewirbt sie sich um den Sitz ihres verstorbenen Bruders Lindsey Graham, dessen verbleibende Amtszeit sie seit vergangener Woche übergangsweise ausfüllt. Die Ankündigung machte Graham in einem Interview mit dem konservativen Fernsehsender Fox News. "Ich habe eine Entscheidung getroffen. Ich bin dabei", sagte sie dem Moderator Sean Hannity. Mit ihrer Kandidatur verschärft sich der Wettbewerb um die republikanische Nominierung für die anstehende Nachwahl. Die Bewerbungsfrist beginnt am Dienstag, die Vorwahl der Republikaner ist für den 11. August angesetzt. US-Präsident Donald Trump hatte Darline Graham bereits am Freitag öffentlich unterstützt. Auf seiner Plattform erklärte er, sie habe seine "vollständige und uneingeschränkte Unterstützung" und forderte sie mit den Worten "Run, Darline, Run!" zur Kandidatur auf. Vor Grahams Entscheidung galten mehrere prominente Republikaner als mögliche Kandidaten. Der Abgeordnete Russell Fry kündigte inzwischen offiziell seine Bewerbung an. Auch die Kongressabgeordneten Ralph Norman und Nancy Mace sowie Vizegouverneurin Pamela Evette wurden zuletzt als Interessenten gehandelt. In dem Interview sagte Darline Graham, sie habe intensiv über ihre neue Rolle nachgedacht und viel gebetet. Der Druck sei "enorm", räumte sie ein. Zugleich zeigte sie sich zuversichtlich: "Ich weiß, dass ich hart arbeite. Das habe ich von Lindsey gelernt. Ich glaube, dass ich diese Aufgabe bewältigen kann." Die Trauerfeiern für Lindsey Graham sollen in der kommenden Woche in Washington und South Carolina stattfinden. Nach einem vorläufigen Bericht der Gerichtsmedizin starb er an einem Riss der Hauptschlagader. Unklar ist derweil, welche Rolle die Wahlkampffinanzierung spielen wird. Nach Einschätzung des früheren Vorsitzenden der US-Wahlkommission (FEC), Bradley A. Smith, kann Darline Graham nicht unmittelbar auf die Millionenbeträge im Wahlkampfkonto ihres Bruders zugreifen. Nach Bundesrecht dürfte dessen Kampagne lediglich 2000 US-Dollar direkt an ihre Kampagne überweisen. Deutlich höhere Summen könnten jedoch an das National Republican Senatorial Committee fließen, das nach einer jüngsten Entscheidung des Obersten Gerichtshofs unbegrenzt mit Grahams Wahlkampf zusammenarbeiten und ihn finanziell unterstützen dürfte.