Warner und Paramount: US-Gericht stoppt geplante Milliardenfusion vorläufig

Datum20.07.2026 21:32

Quellewww.spiegel.de

TLDREin US-Gericht hat die geplante Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery vorläufig gestoppt. Zwölf Bundesstaaten klagten wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken, sie befürchten eine marktbeherrschende Stellung. Der 111-Milliarden-Dollar-Deal, der zuvor von der US-Regierung genehmigt wurde, steht nun unter kritischer Beobachtung. Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch die politische Nähe des Paramount-Eigentümers zu Donald Trump, was Bedenken hinsichtlich der redaktionellen Unabhängigkeit von CNN aufwirft.

InhaltDie geplante Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery ist durch ein US-Gericht vorerst untersagt worden. Neben wettbewerbsrechtlichen Bedenken sorgt die Nähe des Paramount-Eigentümers zu Donald Trump für Spannung. Der milliardenschwere Zusammenschluss von Paramount und Warner Bros. Discovery gerät ins Stocken: Eine US-Bundesrichterin hat die geplante Übernahme des Konzerns Warner Bros. Discovery durch Paramount vorerst gestoppt. Nach einer Klage von zwölf Bundesstaaten darf der mehr als 100 Milliarden US-Dollar schwere Deal zunächst für zwei Wochen nicht vollzogen werden. In dieser Zeit will das Gericht über eine einstweilige Verfügung entscheiden, die den Zusammenschluss bis zu einer endgültigen Klärung verhindern könnte. Die klagenden Bundesstaaten sehen erhebliche Risiken für den Wettbewerb. Sie argumentieren, dass ein gemeinsames Unternehmen eine dominante Stellung bei erfolgreichen Kinofilmen einnehmen und damit den Wettbewerb zulasten anderer Studios und Kinos verzerren könnte. Nach Einschätzung der zuständigen Richterin haben die Kläger zumindest glaubhaft gemacht, dass Paramount und Warner zusammen über einen erheblichen Marktanteil verfügen würden. Das reiche aus, um den Vollzug der Fusion vorläufig auszusetzen. Dabei hatte die US-Regierung die Übernahme zuvor ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu dem Schluss, dass der Zusammenschluss weder den Wettbewerb noch Verbraucherinnen und Verbraucher im Streaming-, Fernseh- oder Filmgeschäft erheblich beeinträchtigen werde. Dem "Wall Street Journal" zufolge soll die politische Führung des Ministeriums die Freigabe allerdings erteilt haben, bevor die zuständigen Wettbewerbsexperten ihre Empfehlung abgegeben hatten. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Fall wegen der Eigentümerstruktur von Paramount. Hinter dem Unternehmen steht die Familie des Softwaremilliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump gilt. Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr Netflix mit Warner auf den Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Paramount setzte sich jedoch mit einem höheren Angebot für den gesamten Konzern, Warner Bros.-Discovery, durch – einschließlich Fernsehsendern wie CNN. Das Übernahmevolumen beläuft sich inzwischen auf rund 111 Milliarden US-Dollar. Kritiker befürchten, dass insbesondere der Nachrichtensender CNN unter einem neuen Eigentümer an redaktioneller Unabhängigkeit verlieren könnte. Sie verweisen auf frühere Übernahmen von Medienunternehmen durch politisch einflussreiche Milliardäre. Trump hatte sich wiederholt kritisch über CNN geäußert und erklärt, ein Eigentümerwechsel des Senders sei aus seiner Sicht wünschenswert.