Iran: Französische Diplomaten offenbar festgehalten und verhört

Datum20.07.2026 21:08

Quellewww.spiegel.de

TLDRIranische Sicherheitskräfte haben zwei französische Diplomaten stundenlang festgehalten und verhört, wobei einer physisch misshandelt wurde. Frankreichs Außenminister bezeichnete dies als "äußerst schwerwiegende Aktion" und Verstoß gegen diplomatische Immunität. Die Diplomaten unterstützten zivilgesellschaftliche Programme. Diese Eskalation fällt in eine Zeit angespanntester Beziehungen zwischen Iran und westlichen Staaten, inklusive gegenseitiger Angriffe zwischen Iran und den USA sowie regionaler Spannungen.

InhaltDie iranischen Sicherheitsbehörden sollen zwei französische Diplomaten stundenlang eingeschüchtert haben. Frankreichs Außenminister spricht von einer "äußerst schwerwiegenden Aktion". In Iran sind zwei französische Diplomaten nach Angaben von Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot über mehrere Stunden festgehalten und befragt worden. Die Sicherheitsbehörden hätten einen von ihnen zudem physisch misshandelt, teilte Barrot auf X mit . Er sprach von einer "äußerst schwerwiegenden Aktion der Einschüchterung" und einem "eklatanten Verstoß gegen die diplomatische Immunität". Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Iranische Beamte hätten die beiden Diplomaten am späten Sonntagabend verhört. Anschließend hätten sie in die Botschaft zurückkehren können, "wo sie nun in Sicherheit sind und auf ihre Rückkehr nach Frankreich in den nächsten Stunden warten." Laut Barrot betreuten die Diplomaten Programme zur Unterstützung von Zivilgesellschaft, iranischen Künstlern und Wissenschaftlern. Das mache die Tat "umso schockierender". Der französische Außenminister hatte in der vergangenen Woche betont, dass Europa seine Sanktionen gegen Iran nicht aufheben werde. Zuerst müsse Teheran sein Atomprogramm aufgeben und aufhören, die Region zu destabilisieren. Die USA und Iran greifen sich seit einigen Tagen wieder gegenseitig an. Zuletzt meldete Teheran Explosionen in mehreren Landesteilen und reagierte mit Vergeltungsangriffen auf Bahrain und Kuwait. Die im Juni ausgehandelte Rahmenvereinbarung , die ein endgültiges Friedensabkommen innerhalb von 60 Tagen ermöglichen sollte, hatte die Islamische Republik zuvor für hinfällig erklärt. Iran hat die Straße von Hormus erneut geschlossen, am Wochenende meldete das Land gar "explodierte Öltanker". Wie Irans Nachbarn die Meerenge umgehen wollen, sehen Sie hier .