Andy Burnham: Das sind die ersten Minister des neuen Premierministers

Datum20.07.2026 20:30

Quellewww.spiegel.de

TLDRAndy Burnham wurde zum neuen Premierminister des Vereinigten Königreichs ernannt und hat daraufhin sein Kabinett umgebildet. John Healey wird neuer Schatzkanzler, während Shabana Mahmood Innenministerin bleibt und Ed Miliband das Außenministerium übernimmt. Burnhams Schwerpunkt liegt auf Reindustrialisierung, Verteidigung und Sicherheit. Er telefonierte bereits mit US-Präsident Trump und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Bundeskanzler Merz gratulierte und lud Burnham nach Berlin ein.

InhaltWenige Stunden nach seiner Ernennung zum neuen Premierminister des Vereinigten Königreichs stellt Andy Burnham das Kabinett neu auf. Der ehemalige Verteidigungsminister John Healey soll für Finanzen zuständig sein. Der neue Premierminister des Vereinigten Königreichs Andy Burnham hat nach seiner Ernennung durch König Charles III. erste Posten im Kabinett neu verteilt. Eine große Überraschung gibt es im Finanzministerium: Der frühere Verteidigungsminister John Healey soll das Ministeramt des Schatzkanzlers übernehmen. Healey hatte das Kabinett von Burnhams Vorgänger Keir Starmer im Juni aus Protest gegen dessen Kurs verlassen und maßgeblich zu dessen Rücktritt beigetragen. Innenministerin Shabana Mahmood wird ihren Posten behalten. Ed Miliband, zuvor Klima- und Energieminister, soll das Außenministerium führen. Andere Vertraute Starmers spielen unter dem neuen Regierungschef hingegen keine Rolle mehr, darunter der frühere Vize-Regierungschef und Justizminister David Lammy und die bisherige Finanzministerin Rachel Reeves. Auch die Ministerien für Wirtschaft und Wohnungsbau sollen neu besetzt werden. "Ich wäre stolz gewesen, weiterhin im Kabinett zu dienen", sagte Lammy der Nachrichtenagentur PA. "Aber ein neuer Premierminister hat das Recht, sein eigenes Team zusammenzustellen." Eine der ersten offiziellen Amtshandlungen des neuen Premiers war ein Telefonat mit US-Präsident Donald Trump. Unter Starmer war das Verhältnis Großbritanniens zu den USA merklich abgekühlt. Burnham habe die Hoffnung geäußert, "dem Präsidenten bei einem künftigen Besuch zeigen zu können, was Manchester zu bieten hat", so ein Sprecher des Premiers. Vor seiner Rückkehr in die nationale Politik Anfang 2026 war Burnham fast zehn Jahre lang Bürgermeister von Greater Manchester. Trump war zuletzt im September 2025 von König Charles III. zum Staatsbesuch empfangen worden, im April besuchte das Königspaar den US-Präsidenten. Burnhams Schwerpunkt als Premierminister werde "auf der Reindustrialisierung des gesamten Landes liegen", hieß es in der Mitteilung der Downing Street. Außerdem wolle er sich für Verteidigung und Sicherheit engagieren. Gegenüber Trump betonte Burnham demnach, dass es die oberste Priorität auf seiner politischen Agenda sei, die Sicherheit des Vereinigten Königreichs und seiner Verbündeten zu gewährleisten. Auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefonierte Burnham. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte dem neuen Premier am Mittag gratuliert. "Das Vereinigte Königreich und Deutschland sind einander enge Verbündete und Partner", schrieb Merz. "Gerade in diesen Zeiten beweist sich unsere tiefe Verbundenheit." Er lud Burnham zu einem Besuch in Berlin ein.