Datum20.07.2026 17:16
Quellewww.zeit.de
TLDRNachdem das ZDF Danger Dans Auftritt mit dem Song "Keine Angst" wegen des Vorwurfs der Anleitung zum Extremismus absagte, plant der Musiker ein Ersatzkonzert in Berlin. Gemeinsam mit Igor Levit will er die Kunstfreiheit demonstrieren und die Veranstaltung live auf YouTube übertragen. Der Erlös kommt der Opferperspektive zugute. Danger Dan verteidigt sein Lied als Aufruf zu wirksamem Antifaschismus.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Streit um Song“. Lesen Sie jetzt „Nach ZDF-Absage: Danger Dan will Ersatzkonzert spielen“. Musiker Danger Dan will nach der Absage eines Auftritts im ZDF wegen des umstrittenen Songs "Keine Angst" ein Ersatzkonzert in Berlin spielen. Gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit werde er am Dienstagabend (21.00 Uhr) im Columbia Theater auftreten, teilte seine Agentur mit. Unter dem Titel "Die keine Angstalt" zelebrieren die beiden Musiker laut Ankündigung die Kunstfreiheit. Der Auftritt werde auch bei YouTube übertragen. Der Gewinn aus dem Ticketverkauf soll an den Verein Opferperspektive gehen, "die zentrale Anlaufstelle in Brandenburg für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt", wie es in der Mitteilung weiter hieß. Der Rapper Danger Dan hätte eigentlich in der 100. Ausgabe der Satiresendung "Die Anstalt" auftreten und dort sein neues Lied "Keine Angst" singen sollen. Die Jubiläumssendung beschäftigt sich mit Radikalisierung und mit der Wehrhaftigkeit der Demokratie. Das ZDF hatte den Auftritt allerdings kurzfristig gestrichen. Dies kritisierten die Moderatoren in der Jubiläumssendung, die bereits vorab im Stream bereitgestellt wurde. Sie wird am Dienstag um 22.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Der Sender erklärte, dass der Text des Liedes als Anleitung zum politischen Extremismus verstanden werden könne, der Selbstjustiz propagiere und rechtswidrige Taten und Gewalt nicht ausschließe. Das ZDF thematisierte den abgesagten Auftritt in einer "Aspekte"-Sendung am Samstagabend. Zahlreiche Experten wurden zu der Thematik befragt. Danger Dan kritisierte die Entscheidung als Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit. Der Musiker sagte "Spiegel Online", er rufe in dem Song niemanden auf, in den kriminellen Untergrund zu gehen. Es gehe darum, wie wirksame Antifaschismus-Strukturen aufgebaut werden können. © dpa-infocom, dpa:260720-930-413126/1