Datum20.07.2026 16:12
Quellewww.zeit.de
TLDRDer italienische Bahnkonkurrent Italo investiert 3,6 Milliarden Euro in den deutschen Fernverkehr. Für drei Milliarden Euro bestellt das Unternehmen 26 Schnellzüge bei Siemens, die ab 2028 auf den Strecken München-Berlin-Hamburg und München-Köln-Dortmund fahren sollen. Die Wartung übernimmt Siemens für 30 Jahre. Italo verspricht mehr Auswahl, häufigere Verbindungen und faire Preise. Dies geschieht im Zuge der regulatorischen Erleichterungen für Wettbewerber im deutschen Schienennetz.
InhaltFür den Einstieg in den deutschen Fernverkehr investiert Italo Milliarden. Die neuen Züge sollen ab 2028 auf zwei Hauptkorridoren in Deutschland verkehren. Der italienische Eisenbahnkonzern Italo hat mit Siemens Mobility einen Vertrag in Höhe von drei Milliarden Euro für die Lieferung von 26 Schnellzüge abgeschlossen. Die Züge sollen ab Mitte 2028 auf den Strecken München-Berlin-Hamburg und München-Köln-Dortmund fahren, wie Italo mitteilte. Der Vertrag enthält demnach die Option auf 14 weitere Hochgeschwindigkeitszüge. Bei den Zügen handelt es sich den Angaben zufolge um den bis zu 320 km/h schnellen Siemens Velaro Multi System, der als ICE3 auch für die Deutsche Bahn fährt. Hergestellt werden die Fahrzeuge laut Italo im Siemens-Werk in Krefeld. Zudem sei mit Siemens ein Instandhaltungsvertrag mit einer 30-jährigen Laufzeit abgeschlossen worden. Die Wartung erfolge in Dortmund. Das italienische Unternehmen investiert nach eigenen Angaben insgesamt 3,6 Milliarden Euro für den Markteinstieg in Deutschland. Neben der Beschaffung und Wartung der Züge umfasse dies auch Ausgaben für die Einstellung und Ausbildung von rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Investitionen in Bahnhöfe und IT-Infrastruktur. "Wir wollen den Fahrgästen in Deutschland eine größere Auswahl, häufigere Verbindungen, faire Preise und einen hochwertigen Service bieten", teilte Italo-Chef Gianbattista La Rocca mit. Erst in der vergangenen Woche hatte die Bundesnetzagentur endgültig beschlossen, Wettbewerbern wie Italo oder FlixTrain den Einstieg ins deutsche Schienennetz zu erleichtern. Eine neue Wettbewerbsklausel sieht vor, dass die Deutsche Bahn Konkurrenten mindestens ein Viertel der Kapazitäten auf hochbelasteten Strecken überlassen muss. Die Bundesnetzagentur erhofft sich durch den größeren Wettbewerb niedrigere Ticketpreise. Wegen des geplanten Markteinstiegs von Italo hatten Fahrgastverbände und die Deutsche Bahn davor gewarnt, dass der Zugverkehr auf dem ohnehin überlasteten Schienennetz in der Fläche reduziert werden könnte.