Datum26.11.2025 16:47
Quellewww.spiegel.de
TLDRAb 2026 können in Deutschland rund 15.000 Sozialleistungsempfänger ohne Bankkonto staatliche Leistungen wie Bürgergeld über eine neue Bezahlkarte, die "SocialCard", beziehen. Die Karte, die von der Bundesagentur für Arbeit und Jobcentern ausgegeben wird, soll die umständliche Einlösung von Schecks ersetzen und funktioniert überall, wo Visakarten akzeptiert werden. Die Einführung der "SocialCard" zielt darauf ab, den Zugang zu Sozialleistungen zu erleichtern und den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, da die Postbank das Scheck-Verfahren nicht mehr anbietet.
InhaltIn Deutschland haben Tausende Sozialleistungsempfänger kein Bankkonto. Um etwa an Bürgergeld heranzukommen, mussten sie bislang umständlich Schecks einlösen. Das wird ab 2026 deutlich einfacher. Ab 2026 können nach SPIEGEL-Informationen auch die rund 15.000 Menschen in Deutschland, die kein eigenes Bankkonto haben, über eine Bezahlkarte staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld oder Bürgergeld beziehen. Bisher mussten für die Auszahlung umständlich Schecks in Filialen der Postbank eingelöst werden. Damit ist ab Januar Schluss: Die "SocialCard", die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) und Jobcentern ausgehändigt und monatlich mit dem passenden Guthaben aufgeladen wird, gilt zunächst für ein Jahr; sie soll überall dort funktionieren, wo Visakarten akzeptiert werden, also bei mehr als 1,5 Millionen Händlern in Deutschland, im Internet, am Geldautomaten. Nötig wird die Umstellung, weil die Postbank das sogenannte ZzV-Scheck-Verfahren nicht mehr anbietet. Ohne eine alternative Lösung könnten insbesondere Menschen ohne Konto Leistungen nicht mehr erhalten. Die "SocialCard" wurde Ende 2024 in 14 Bundesländern eingeführt. Seither wurde eine sechsstellige Anzahl von Karten ausgegeben, vor allem zur Auszahlung von Leistungen an Geflüchtete. "Mit der Entscheidung der BA, das Bürgergeld über die SocialCard bereitzustellen, kommt unsere Technologie erstmals bundesweit in einem zentralen Leistungsbereich der Sozialverwaltung zum Einsatz", sagte Joerg Schwitalla, Gründer und Geschäftsführer der Publk GmbH, die die "SocialCard" entwickelt hat. Das zeige, wie digitale Lösungen Verwaltungszugänge vereinfachen und effizienter gestalten könnten. Die "SocialCard" gilt als Bargeld- und Barscheck-Äquivalent und wird als Visa Debitkarte ausgegeben. Sie ermöglicht die rasche Auszahlung von Sozialleistungen und reduziert den Verwaltungsaufwand in den Kommunen.