Datum20.07.2026 14:18
Quellewww.zeit.de
TLDRDie AfD-Bundesspitze hat im NRW-Streit zunächst auf harte Maßnahmen verzichtet. Stattdessen wird eine Untersuchungskommission eingesetzt und mögliche Ordnungsmaßnahmen gegen Mitglieder des Landesverbandes geprüft. Hintergrund ist ein interner Machtkampf um die Kandidatenaufstellung für die Landtagswahl 2027, der die Partei tief spaltet. Die Bundesspitze wollte ursprünglich die Wahl abbrechen, was jedoch auf dem Parteitag abgelehnt wurde.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „AfD-Machtkampf“. Lesen Sie jetzt „AfD-Bundesspitze setzt in NRW-Streit Kommission ein“. Die AfD-Bundesspitze verzichtet im Streit mit dem Chef der nordrhein-westfälischen AfD, Martin Vincentz, zunächst auf drastische Schritte. Der Bundesvorstand beschloss nach dpa-Informationen in einer Schaltkonferenz lediglich die Prüfung möglicher Ordnungsmaßnahmen gegen Mitglieder des Landesverbands und die Einsetzung einer Untersuchungskommission. Vincentz hatte in einem öffentlich gewordenen internen Schreiben selbst Spekulationen über harte Maßnahmen aus Berlin befeuert. Im Vorstand würde dem Vernehmen nach am Montag auch über eine Absetzung des NRW-Landesvorstands beraten, hatte er geschrieben. Hintergrund ist ein interner Machtkampf in der NRW-AfD, der sich zu einem Konflikt mit der Bundesspitze ausgeweitet hat. Es geht um die Aufstellung von Kandidaten der AfD für die Landtagswahl 2027 und dabei um die Frage, welche Strömung in der Partei welchen Einfluss hat. Der Landesverband ist seit langem tief zerstritten und in ein eher gemäßigt auftretendes Lager rund um Vincentz und ein weiter rechts orientiertes Lager um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich gespalten. Eskaliert war der Konflikt im Zuge eines Parteitags in Marl zur Wahl der Kandidaten für die Landtagswahl. Wie aus Parteikreisen verlautete, wurden am Ende die allermeisten der insgesamt 82 Plätze mit Unterstützern von Vincentz besetzt. Er selbst kam auf Platz 1 der Landesliste. Die Vincentz-Gegner hatten versucht, das zu verhindern und seinem Lager vorgeworfen, nur die eigenen Leute zu wählen, anstatt alle Strömungen in der Partei zu berücksichtigen. Die AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla hatten gefordert, die Wahl abzubrechen und den Parteitag noch einmal neu zu beginnen. Die Forderung wurde per Mehrheitsbeschluss auf dem NRW-Parteitag abgelehnt. © dpa-infocom, dpa:260720-930-411989/1