Datum20.07.2026 14:08
Quellewww.spiegel.de
TLDRBei der WM-Siegerehrung versuchte Donald Trump, sich auf den offiziellen Fotos mit den spanischen Weltmeistern zu positionieren. Fifa-Präsident Gianni Infantino bemühte sich vergeblich, ihn von der Bühne zu bewegen. Während die Fifa Trumps Präsenz auf einem Foto stark beschnitt, entfernte der spanische Fußballverband ihn sogar komplett aus dem offiziellen Siegerbild. Dies zeigt eine klare Zurückweisung Trumps durch beide Organisationen.
InhaltSelbst sein Buddy Gianni Infantino bekam ihn kaum von der Bühne: Hartnäckig blieb US-Präsident Trump so lange stehen, bis er auf den offiziellen Siegerfotos der spanischen Weltmeister zu sehen war – dachte er zumindest. Lange Minuten spielte Donald Trump brav mit. Erstaunlich gelassen wirkte der US-Präsident, als er den Hauptdarstellern des WM-Finales minutenlang die Hände schüttelte, Schultern und Brustmuskeln beklopfte und ihnen Medaillen umhängte, zumindest gemessen am Geltungsdrang typischer Trump-Auftritte. Dann versammelte sich die spanische Mannschaft auf der schnell errichteten Tribüne zum traditionellen Siegerfoto. Aber Trump ließ sich Zeit, die Bühne zu verlassen. Und machte dabei ein Gesicht wie ein gutmütiger, aber ein wenig zerstreuter Onkel, der bei Familienfeiern seinen Platz für das Erinnerungsfoto sucht. Obwohl Trump als US-Präsident über das Land herrscht, in dem das WM-Finale dieses Mal stattfand, hat auch er nicht das Hausrecht – besser gesagt: die zeremonielle Hoheit bei offiziellen Fifa-Terminen. Und so versuchte dann auch der eigentliche Hausherr für Ordnung vor dem Jubelsturm der Spanier zu sorgen: Fifa-Präsident Gianni Infantino bedeutete erst mit einem Lächeln, dann mit einem Lachen und schließlich mit mehr oder weniger deutlichen Gesten seinem Buddy Trump, er möge doch bitte die Bühne räumen. Ohne den geringsten Erfolg: Denn nur Momente später wollten die frisch gebackenen Weltmeister ihre Freude nicht mehr zurückhalten. Kapitän Rodri riss den Pokal in die Höhe und seine Mitspieler taten es ihm ausgelassen mit ihren Armen gleich – wie man das in solchen Situationen eben so macht. Und links von ihm stand Trump, lächelnd wie ein zufriedener Funktionär der siegreichen Mannschaft. Auf vielen Fotos ist Trump jetzt direkt neben den ekstatisch jubelnden Spaniern zu sehen, hochgereckter Pokal und goldener Lamettaregen inklusive. Aber schon wenige Stunden später zeigen zwei offizielle Veröffentlichungen genau diese Situation ohne Trump. Da ist zum einen das offizielle Fifa-Posting auf dem Messengerdienst X, das den neuen Weltmeister ausruft. Hier ist das Bild auf der rechten Seite so abgeschnitten, dass nur noch ein Hauch von Trump im Anschnitt zu sehen ist: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Vielleicht eine kleine Konzessionsentscheidung zugunsten der Beziehung zwischen Fifa-Boss und US-Präsident. Eindeutiger und auch viel konsequenter ging der spanische Fußballverband vor. Denn das Foto in der offiziellen X-Botschaft der "Selección Española Masculina de Fútbol" hat zwar einen viel weiteren Bildwinkel, dafür ist von Trump überhaupt nichts mehr zu sehen. Der mächtigste Mann wurde einfach herausretuschiert: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.