Datum20.07.2026 13:48
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Grünen-Landtagsfraktion in NRW vergibt erstmals einen mit 3.000 Euro dotierten Menschenrechtspreis, finanziert von den Abgeordneten. Die Initiative soll das Engagement Einzelpersonen und Organisationen für Menschenrechte würdigen, die angesichts einer globalen Krise zunehmend bedroht sind. Fernsehmoderatorin Bettina Böttinger gehört der unabhängigen Jury an. Der Preis wird um den 10. Dezember verliehen und soll zur Tradition werden.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Auszeichnung“. Lesen Sie jetzt „Grünen-Landtagsfraktion in NRW lobt Menschenrechtspreis aus“. Die Grünen-Landtagsfraktion lobt erstmals einen Menschenrechtspreis aus - finanziert wird das Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro von den Abgeordneten. Mitglied der ehrenamtlichen Jury ist unter anderem die Fernsehmoderatorin Bettina Böttinger (70), die sich seit vielen Jahren für Menschenrechte einsetzt. Die Menschenrechte befänden sich weltweit in einer tiefen Krise, sagte Landtagsvizepräsidentin Berivan Aymaz. Die Zunahme von autoritären Regimen, die freiheitliche Rechte niederschlügen, Völkerrechtsbrüche wie durch Russland in der Ukraine, im Nahen Osten oder im Sudan, aber auch Angriffe gegen queere Menschen und Frauen nähmen zu. Menschenrechte würden nicht nur aus den Parlamenten heraus verteidigt, sondern jeden Tag durch engagierte Menschen vor Ort, sagte die Grünen-Politikerin. Gerade vor dem Hintergrund des Erstarkens rechter und demokratiefeindlicher Kräfte auch hierzulande sei es wichtig, das Engagement dieser Menschen zu würdigen. Auch der Einsatz für Klimaschutz sei für die Grünen eine Menschenrechtsaufgabe, denn der Klimawandel treffe auch Menschen in ihren Grundrechten. Der Preis der Grünen-Landtagsfraktion soll erstmals rund um den Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember verliehen werden. Bewerben oder vorgeschlagen werden können bis zum 7. September Einzelpersonen, Initiativen, Organisationen oder Projekte aus Nordrhein-Westfalen, die sich in besonderer Weise für Menschenrechte einsetzen. "Ich war sofort wirklich sehr begeistert von der Idee", sagte die langjährige Talkshow-Moderatorin Bettina Böttinger. "Ich habe wirklich tiefste Bewunderung für Menschen, die so viel auf sich nehmen und so viel riskieren für die Wahrung der Menschenrechte in ihrem Land und international." Aber es gehe nicht nur um weit entfernte Länder wie etwa Sudan, "sondern wir reden auch über Europa, über unseren Kontinent". Der neue Menschenrechtspreis der Grünen ist nicht die einzige Auszeichnung in diesem Bereich. So verleiht etwa die Tonhalle Düsseldorf einen mit 10.000 Euro dotierten Menschenrechtspreis. Und auch die Gerhart-Baum-Stiftung - benannt nach dem 2025 verstorbenen FDP-Politiker - vergibt alle zwei Jahre einen Menschenrechtspreis. "Je mehr Aufmerksamkeit für Menschenrechte und Akteure gegeben ist, desto besser ist es", sagte Grünen-Politikerin Aymaz. "Da kann man sich nichts gegenseitig wegnehmen." Sie hoffe, dass die Auszeichnung ihrer Landtagsfraktion mit dem von den Abgeordneten gespendeten Preisgeld zu einer Tradition der Fraktion werde. © dpa-infocom, dpa:260720-930-411837/1