Datum20.07.2026 12:42
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Brandenburg gab es 2025 461 antisemitische Vorfälle, was einem sehr hohen Niveau entspricht, obwohl die Zahl leicht gesunken ist. Staatssekretär Wagner betont, dass Antisemitismus unverhohlener werde und nicht hingenommen werden dürfe. Die Vorfälle reichen von Beleidigungen und Sachbeschädigungen bis zu körperlichen Angriffen. Etwa jeder zweite Vorfall wird dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet. Seit dem Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 wurde ein Zuwachs an antisemitischen Taten beobachtet.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Beleidigungen und Gewalt“. Lesen Sie jetzt „Bericht: 461 antisemitische Vorfälle 2025 in Brandenburg“. Antisemitismus ist in Brandenburg nach Ansicht der Landesregierung nach wie vor ein großes Problem. Im vergangenen Jahr registrierte die Fachstelle für Antisemitismus insgesamt 461 antisemitische Vorfälle, wie es in einem Monitoringbericht der Stelle hieß. Das seien zwar 23 Vorfälle weniger als im Vorjahr, dennoch bleibe das Niveau damit "sehr hoch". Antisemitismus werde öffentlicher und unverhohlener, sagte Johannes Wagner, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. "Das dürfen wir so niemals hinnehmen." Die Zahl der Vorfälle habe sich im Vergleich zu 2019 verdoppelt - damals nahm die Fachstelle ihre Arbeit auf. Es brauche die gemeinsame Anstrengung "aller Menschen mit Anstand und Verstand, geschlossen dagegen zu stehen", führte er aus. Die Angriffe sind vielfältiger Natur. Viele Angriffe finden im Netz statt, andere reichen bis hin zu körperlichen Übergriffen. Im Januar 2025 wurde laut dem Bericht eine Jüdin in der Nähe der Oranienburger Synagoge von Jugendlichen mit Tomaten beworfen. In Teltow fand ein Jude in seinem Briefkasten ein Bild von sich, auf dem "Kill Jews sonn (sic!)" stand. In Cottbus soll ein Mann im vergangenen September vor der Synagoge "Juden erschießen" gerufen haben. Bei 366 Fällen ging es um "verletzendes Verhalten", sie machten den größten Anteil der Vorfälle aus. Meist handele es sich um Beleidigungen, erklärte ein Mitarbeiter der Fachstelle. 58 Mal wurden Bedrohungen ausgesprochen. 43 Fälle gezielter Sachbeschädigung registrierte die Fachstelle zudem. Etwa jeder zweite Vorfall werde dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet, sagte Derviş Hızarcı, Vorsitzender der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus. Insbesondere seit Herbst 2023 habe man einen Zuwachs an antisemitischen Taten beobachten können, sagte ein Ministeriumssprecher. Am 7. Oktober 2023 hatten bewaffnete Kämpfer der Hamas Israel vom Gazastreifen aus angegriffen. Seit 2019 gibt es die Fachstelle Antisemitismus in Brandenburg. Man wolle damit jüdisches Leben sichtbarer und selbstverständlicher machen, sagte Hızarcı. Zudem gehe es darum, gegen Antisemitismus vorzugehen. © dpa-infocom, dpa:260720-930-411379/1