Datum20.07.2026 10:10
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Stuttgarter S-Bahn-Stammstrecke ist bis zum 12. September wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. Dies betrifft die Digitalisierung des Bahnknotens und die Anbindung von Stuttgart 21. Bis zu 350.000 tägliche Fahrgäste müssen auf Ersatzbusse und Regionalzüge ausweichen. Auch Fern- und Regionalverkehrszüge sind von Einschränkungen betroffen, da sie teilweise nicht am Hauptbahnhof halten können.
InhaltBahnfahrende in Stuttgart sind Sperrungen, Baustellen, Zugausfälle und Verspätungen gewohnt. Nun brauchen sie erneut starke Nerven: Auf der S-Bahn-Stammstrecke fährt nichts – und zwar länger denn je. Für Pendlerinnen und Pendler wird es kein schöner Sommer in Stuttgart: Wegen Bauarbeiten ist die wichtige Stammstrecke der örtlichen S-Bahn komplett gesperrt – und das für mehrere Wochen. Die Innenstadt zu erreichen, wird deshalb beschwerlich; und auch das Umsteigen auf andere Linien oder Verkehrsmittel ist nun ein kompliziertes Unterfangen. Bis zum 12. September fahren auf der Tunnelstrecke zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und Vaihingen keine Züge. Hinzu kommen im Zeitraum der Sperrung noch weitere kürzere Baustellen rund um Stuttgart, die zusätzliche Einschränkungen mit sich bringen. Betroffen sind laut Bahn die Haltestellen Hauptbahnhof (tief), Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße, Universität und Österfeld. Sie werden in dieser Zeit nicht angefahren. Am Hauptbahnhof enden die Züge der S-Bahn im oberirdischen Teil. Weil dort ebenfalls – wegen Stuttgart 21 – eine Reihe Baustellen bestehen, werden die Fußwege zu Bussen und U-Bahnen noch länger. Die Bahn sperrt die Strecke bereits zum sechsten Mal in Folge für mehrere Wochen im Sommer. Grund dafür sind auch in diesem Jahr Bauarbeiten im Zuge der Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens. Zudem gebe es Bauarbeiten zur Anbindung der neuen Stuttgart-21-Strecken an bestehende Gleise, teilte die DB mit. In diesem Jahr erneuert die Bahn auch noch die Gleise in der Wendeschleife der S-Bahn nahe der Haltestelle Schwabstraße. Weil diese Arbeiten nicht parallel zu den anderen stattfinden können, müssen sie vor den Sommerferien erledigt werden, sodass die Sperrung in diesem Jahr acht statt sechs Wochen dauert. Rund 350.000 Fahrgäste nutzen die Stuttgarter S-Bahn täglich. Die Bahn hat für sie Ersatzbusse eingerichtet, sie halten an allen ausfallenden S-Bahn-Stationen entlang der Stammstrecke. Diese sollen mindestens alle zehn Minuten verkehren, in der Hauptverkehrszeit sogar alle fünf Minuten, heißt es. Für Fahrgäste, die vom Hauptbahnhof nach Vaihingen müssen, bietet die Bahn einen Ersatzverkehr mit Regionalzügen. Diese pendeln stündlich zwischen Hauptbahnhof und Böblingen – und halten auch in Vaihingen. Auf den Abschnitten, die von der S-Bahn weiter befahren werden, verkehren die Züge nur im Halbstundentakt. Neben der S-Bahn sind von der Sperrung auch Züge des Fern- und des Regionalverkehrs betroffen. Weil im oberirdischen Teil des Hauptbahnhofs Gleise für die S-Bahn benötigt werden, können nicht alle Regional- und Fernzüge dort halten. Im Fernverkehr halten einige Züge nicht in Stuttgart, sondern ersatzweise in Esslingen am Neckar oder Vaihingen (Enz), etwa ICE-Züge von Dortmund nach München oder von Frankfurt nach Graz. Im Regionalverkehr fahren Züge der Linie MEX 18 (Tübingen-Osterburken) von Esslingen am Neckar direkt nach Ludwigsburg – und damit an Stuttgart vorbei. Züge der Linie MEX 17 (Stuttgart-Pforzheim) starten und enden bis auf wenige Ausnahmen in Bietigheim-Bissingen. Die Linien MEX 19 (Stuttgart-Gaildorf) und MEX 90 (Stuttgart-Schwäbisch Hall) beginnen und enden zum großen Teil in Winnenden. Laut der ursprünglichen Planung sollte der als Stuttgart 21 ausgerufene Bahnhofsumbau längst abgeschlossen sein. Doch das Projekt wurde erst kürzlich noch weiter in die Zukunft verschoben. Wo der Megaflop der Deutschen Bahn derzeit steht und wie es weitergeht, das lesen Sie hier.