Nach Rücktritt: Schulze zu Debatte über Spahn: Schadet uns im Wahlkampf

Datum20.07.2026 10:03

Quellewww.zeit.de

TLDRMinisterpräsident Schulze (CDU) kritisiert, dass die Debatte um Jens Spahns Leihmutterschaft und dessen Rücktritt als Unionsfraktionschef dem CDU-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt schadet. Diese bundesweiten Themen hätten die wichtigen Landesthemen überlagert. Schulze monierte, Spahn habe gegen eigene politische Positionen verstoßen und zu spät kommuniziert. Dies geschehe im Vorfeld der Landtagswahl, bei der die AfD in Umfragen vorne liegt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nach Rücktritt“. Lesen Sie jetzt „Schulze zu Debatte über Spahn: Schadet uns im Wahlkampf“. Die Debatte über Leihmutterschaft und der Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn haben nach Ansicht von Sachsen-Anhalts Regierungschef Sven Schulze (beide CDU) der CDU im Landtagswahlkampf geschadet. Diese Themen überlagerten die Landesthemen in Sachsen-Anhalt, sagte Schulze in einem Interview mit dem Mitteldeutschen Rundfunk. "Und deswegen sind solche Sachen wie jetzt an diesem Wochenende nicht hilfreich, sondern sie schaden uns im Wahlkampf." Es sei wichtig gewesen, "dass das jetzt abgearbeitet wurde". Spahn hatte am Samstag unter wachsendem Druck aus seiner Partei seinen Rücktritt als Unionsfraktionschef mitgeteilt. Vorausgegangen war eine Debatte darüber, dass Spahn und sein Mann Daniel Funke mit der Hilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden waren. Dies hatte das Paar am Mittwoch bekanntgegeben. Damit umgingen die beiden ein in Deutschland geltendes Verbot, das Spahn als CDU-Politiker mitgetragen hat. "Das, was Politiker von Menschen verlangen, das muss man selber auch leben und muss man selber auch vorleben. Und das war in dem Fall ehrlich gesagt stark zu hinterfragen", kritisierte Schulze das Vorgehen seines Parteikollegen. Spahn hätte anders und früher kommunizieren müssen, sagte er. Schulze steckt mitten im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt. Die Wahl ist für den 6. September 2026 angesetzt. Stärkste Kraft ist in Umfragen zuletzt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund gewesen. © dpa-infocom, dpa:260720-930-410442/1