Datum20.07.2026 09:43
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie neue "Air Force One" von US-Präsident Trump, ein Geschenk Katars, weist angeblich Mängel in der Raketenabwehr auf. Trotz Trumps Verharren wird die Maschine für etwa einen Monat zur Nachrüstung aus dem Verkehr gezogen. Dies geschieht vor dem Hintergrund von Berichten über Sicherheitsbedenken und einer unerwarteten Rückkehr zu einem älteren Modell bei einer Reise. Die umgebaute Boeing 747 dient als Übergangslösung, da die offiziellen neuen Maschinen von Boeing erhebliche Verzögerungen aufweisen.
InhaltDie neue "Air Force One" des US-Präsidenten weist wohl Schwächen in der Raketenabwehr auf. Nun soll die Maschine laut Trump "komplett aufgerüstet" werden. Das Geschenk aus Katar werde für einige Wochen aus dem Verkehr gezogen. Der erste Flug von Donald Trump mit seiner neuen "Air Force One" liegt erst wenige Wochen zurück. Nun kündigte der US-Präsident an, dass der von Katar geschenkte Jumbojet schon bald für einige Zeit ausfallen soll. Hintergrund seien Nachrüstungen an der Maschine. Zuvor waren Zweifel an den Sicherheitsfunktionen des Fliegers aufgekommen. Trump hatte den umgebauten Großraumjet vom Typ Boeing 747 im vergangenen Jahr als Geschenk angenommen. Der Rüstungsdienstleister L3Harris Technologies hatte den Jet in einem beschleunigten Programm zur Präsidentenmaschine umgerüstet und in den von Trump gewünschten Farben Rot, Weiß, Dunkelblau und Gold lackiert. Am 1. Juli absolvierte er dann den ersten Flug an Bord der neuen Präsidentenmaschine. Nach dem Nato-Gipfel Anfang Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara war Trump auf seinem Flug von der Türkei nach Großbritannien vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit Iran überraschend auf eine ältere "Air Force One"‑Maschine umgestiegen. Den Einsatz des älteren Flugzeugs auf dem Weg nach London bezeichnete er als Schritt "der alten Zeiten wegen". Nach Informationen der "New York Times" ging es jedoch nicht um Nostalgie, sondern um Sicherheitsbedenken. Die neue Maschine verfügt offenbar bisher nicht über die gleichen Vorrichtungen zur Raketenabwehr wie alte Modelle. Bei seiner Rückkehr von der Reise zum Finale der Fifa‑Club‑WM in New Jersey wurde Trump nun am Sonntag gefragt, ob dem frisch umgebauten Flugzeug Fähigkeiten zur Raketenabwehr fehlten. "Es hat viele Fähigkeiten", sagte er. "Aber soweit ich weiß, werden sie es in etwa einem Monat oder so wegschicken, damit es komplett aufgerüstet wird. Das wird ungefähr einen Monat dauern." Die US-Luftwaffe ließ eine Anfrage nach einer Stellungnahme zunächst unbeantwortet. Der Jet aus Katar ist als Übergangslösung vorgesehen, weil Boeing bei der Auslieferung der seit Langem geplanten neuen "Air Force One"‑Maschinen in Verzug ist. Der Konzern soll im Rahmen eines 2018 geschlossenen Festpreisvertrags über 3,9 Milliarden Dollar zwei speziell gebaute 747‑8 liefern, das Projekt liegt aber vier Jahre hinter dem Zeitplan. Mit der Auslieferung wird frühestens Mitte 2028 gerechnet. Die schnelle Aufrüstung des geschenkten Flugzeugs hatte unter Experten die Sorge geweckt, es könne weniger sicher sein als die bislang genutzte hellblaue "Air Force One". Kritiker stellten zudem die Kosten und die Angemessenheit der Annahme des Geschenks infrage. Journalisten der "New York Times", die über Sicherheitsmerkmale der neuen Maschine berichtet hatten, wurden Anfang des Monats vor eine Grand Jury am Bundesgericht in Manhattan vorgeladen. Die Zeitung beantragte beim Gericht, diese Anordnungen zu stoppen. Lesen Sie hier mehr zu den Sicherheitsbedenken bei der Präsidentenmaschine: Die neue "Air Force One" war ein Geschenk Katars an Donald Trump, doch sie hat wohl Schwächen bei der Raketenabwehr. Dafür dürfte die prunkvolle Inneneinrichtung ganz nach dem Geschmack des Präsidenten sein.