Iran-Krieg: Donald Trump spricht von Angriffen »zu Ehren« getöteter US-Soldaten und Iran meldet »explodierte Öltanker«

Datum20.07.2026 04:26

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie USA haben erneut iranische Ziele beschossen, um iranische Fähigkeiten zur Beeinträchtigung der Schifffahrt zu schwächen. US-Präsident Trump erklärte, die Angriffe seien eine Reaktion auf den Tod von US-Soldaten in Jordanien. Iran meldete die Sprengung zweier Öltanker in der Straße von Hormus und droht, keinen Treibstoff mehr passieren zu lassen. Kuwait und Bahrain meldeten iranische Attacken. Die Eskalation belastet die Rohstoffmärkte und die Schifffahrt in der strategisch wichtigen Meerenge.

InhaltIn der neunten Nacht in Folge hat das US-Militär Ziele in Iran beschossen. Teheran erklärte, man habe zwei Schiffe in der Straße von Hormus gesprengt – und werde keinen Tropfen Öl mehr durch die Meerenge passieren lassen. Die US-Armee hat auch in der vergangenen Nacht Angriffe auf Iran ausgeführt. Das US-Regionalkommando Centcom erklärte am Sonntag (Ortszeit) im Onlinedienst X, mit den Attacken sollten die militärischen Fähigkeiten Irans geschwächt werden, die für Angriffe auf Handelsschiffe und zivile Seeleute genutzt würden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen aus der Stadt Tabris im Norden des Landes, der Hafenstadt Tschahbahar am Golf vom Oman, aus Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan, der Hafenstadt Mahschahr in der Provinz Chusestan sowie der Hafenstadt Bandar Imam Chomeini am Persischen Golf gemeldet. US-Präsident Donald Trump sagte, die Attacken erfolgten als Reaktion auf die zuletzt im Irankrieg getöteten US-Soldaten. "Wir haben sie heute Abend wieder sehr hart getroffen", erklärte Trump mit Blick auf Iran. Das sei "zu Ehren" der "wahrscheinlich drei großartigen Patrioten" erfolgt, sagte der Präsident vor Journalisten bei seiner Rückkehr vom Fußball-WM-Finale vor den Toren von New York nach Washington. Am Freitag waren bei iranischen Angriffen auf Ziele in Jordanien zwei US-Soldaten getötet worden (mehr dazu hier). Ein dritter Militärangehöriger wurde zunächst vermisst. Am Sonntag erklärten die US-Streitkräfte, vor Ort seien sterbliche Überreste gefunden worden. Diese sollten nun identifiziert werden. Die kuwaitische Armee erklärte derweil auf X, sie habe "feindliche Drohnenangriffe infolge iranischer Aggression" abgewehrt. In Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst, wie das Innenministerium mitteilte. Die US-Botschaft in der Hauptstadt Manama teilte mit, sie verfüge über Informationen, "die darauf hindeuten, dass Iran beabsichtigen könnte, nicht näher bezeichnete Ziele im Zentrum Manamas anzugreifen". Der Golfstaat war in den vergangenen Tagen wiederholt zum Ziel iranischer Angriffe geworden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die Eskalation im Golf belastet auch die Rohstoffmärkte immer weiter. So erklärte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) in der Nacht, in der Straße von Hormus brenne ein Schiff. Es befinde sich acht Seemeilen nordwestlich von Kumsar in Oman. Die Brandursache sei vorerst unklar. In der für die weltweite Schifffahrt bedeutenden Meerenge waren zuletzt immer wieder Tanker angegriffen worden. Die Führung in Teheran hält die Meerenge wegen des Irankriegs de facto geschlossen. Aus Iran hieß es in der Nacht, man habe "zwei Öltanker in die Luft gejagt". Konkret wurden die Angaben der Revolutionswächter zu Herkunft, Ladung und möglichen Verletzen nicht. Es hieß lediglich, die Schiffe seien "immobilisiert" worden, nachdem sie eine "unsichere Route im südlichen Teil der Straße von Hormus" eingeschlagen hätten. Das US-Militär habe die Besatzungen aufgefordert, diese unsichere Passage zu nutzen, teilte Teheran mit. Im Übrigen, so die Revolutionswächter, bleibe die Route unsicher, solange die "Aggressionen der USA in der Region" weitergehen. Auch nicht das kleinste bisschen Öl oder Gas werde durchgelassen. Darüber hinaus erklärte Teheran, man habe US-Flugzeuge auf dem Aqaba-Flughafen in Jordanien mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Angaben der iranischen Führung lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist angesichts des zunehmenden militärischen Schlagabtauschs zwischen den USA und dem ​Iran am Wochenende zurückgegangen. Daten des Finanzdatenanbieters LSEG zufolge passierten am Sonntag vier Schiffe die Meerenge; ‌am Samstag waren es acht gewesen. Die mit den USA verbündeten Staaten Kuwait und Bahrain meldeten zudem weitere iranische Attacken. Beide Seiten nehmen zunehmend die ​Schifffahrt ins Visier. Die US-Regierung setzt nach eigenen Angaben eine Seeblockade vor iranischen Häfen durch. ⁠Iran ⁠geht seinerseits gegen Schiffe vor, die aus seiner Sicht die Regeln in der Straße von Hormus verletzen. Durch die Meerenge wird üblicherweise etwa ein Fünftel ‌des weltweit gehandelten Öls transportiert. Seit Donnerstag wurden keine Tanker ​für verflüssigtes Erdgas (LNG) ‌mehr bei der Durchfahrt durch die Meerenge registriert. Einige Schiffe schalten jedoch zeitweise ihre Transponder ab, um ihre Route zu verschleiern. Die USA haben wieder iranische Ziele angegriffen, die Reaktion folgte prompt. Mit der erneuten US-Seeblockade in der Straße von Hormus will Präsident Trump den Druck erhöhen. Doch er könnte in eine Falle geraten. Mehr hier in der Analyse .