Datum20.07.2026 01:29
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie sterblichen Überreste der 2020 verschwundenen Französin Delphine Jubillar wurden gefunden. Ihr Ehemann, Cédric Jubillar, der im vergangenen Oktober zu 30 Jahren Haft verurteilt wurde, gestand nun seine Schuld und lieferte den entscheidenden Hinweis zum Versteck der Leiche. Zuvor war trotz fehlender Spuren eines Gewaltverbrechens und nur einer gefundenen zerbrochenen Brille auf ihn geschlossen worden. Jubillar hat Berufung eingelegt.
InhaltSeit Ende 2020 galt Delphine Jubillar als vermisst. Der Ehemann der Französin beteuerte im Mordprozess lange seine Unschuld, ein Gericht verurteilte ihn dennoch. Nun lieferte er den Hinweis auf den Fundort der sterblichen Überreste. Fünfeinhalb Jahre nach dem Verschwinden der Französin Delphine Jubillar – und neun Monate nach der Verurteilung ihres Ehemannes in einem aufsehenerregenden Mordprozess – ist die Leiche der Frau gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft von Toulouse erklärte am Sonntag, kürzlich gefundene Knochen hätten durch DNA-Tests der Krankenschwester zugeordnet werden können. Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter "Die Lage am Abend" – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail. Im Dezember 2020 war die damals 33 Jahre alte Jubillar war im südfranzösischen Dorf Cagnac-les-Mines nahe Albi inmitten einer Ausgangssperre wegen der Coronapandemie verschwunden. Ihr Mann Cédric Jubillar meldete sie bei der Polizei als vermisst und erklärte, dass sie sich in einem einvernehmlichen Scheidungsverfahren befänden. Die Ermittlungen ergaben jedoch, dass das Verhältnis der beiden stark belastet war. Nach Zeugenaussagen hatte Cédric Jubillar mehrfach gedroht, seine Frau zu töten. Diese hatte mit einem anderen Mann ein neues Leben beginnen wollen. Es wurden jedoch keine Spuren eines Gewaltverbrechens gefunden, lediglich die zerbrochene Brille der jungen Frau. Auch eine Leiche konnte nicht gefunden werden. Cédric Jubillar wurde trotzdem der Prozess gemacht. Er beteuerte vor Gericht stets seine Unschuld. "Ich habe ihr gar nichts getan", sagte er noch kurz vor der Urteilsverkündung über die Mutter seiner beiden Kinder. Im vergangenen Oktober wurde der 38-Jährige zu 30 Jahren Haft verurteilt. Anfang Juli räumte Jubillar dann in einer spektakulären Wendung ein, für den Tod seiner Ehefrau verantwortlich zu sein. Er teilte den Ermittlern auch mit, wo er den Leichnam vergraben hatte: in einem Feld am Rande eines Waldes, rund zehn Kilometer vom Haus der Familie entfernt. Jubillar hat Berufung gegen seine Verurteilung eingelegt. Möglicherweise hofft er auf eine mildere Strafe, wenn er mit den Ermittlern kooperiert.