Trump will Iran in Russland-Sanktionspaket aufnehmen lassen

Datum19.07.2026 18:29

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Trump fordert, den Iran in ein geplantes Sanktionspaket gegen Russland aufzunehmen. Dieses wird im Senat seit über einem Jahr diskutiert und soll Zölle auf russisches Öl und Gas, insbesondere für Länder wie China und Indien, vorsehen. Die Forderung Trumps kommt zu einer Zeit, in der sich die Spannungen im Nahen Osten zwischen den USA und Iran verschärfen. Die USA verlegen zurzeit Kampfjets und Tankflugzeuge in die Region.

InhaltIm US-Senat wird seit über einem Jahr um neue Sanktionen gegen Moskau gerungen. Nun fordert Donald Trump, Iran in das Paket einzubeziehen. Unterdessen verlegen die Amerikaner offenbar weitere Kampfjets nach Nahost. US-Präsident Donald Trump hat seine republikanische Partei aufgefordert, den Iran in ein geplantes Sanktionspaket gegen Russland aufzunehmen. "WICHTIG!!!", schrieb Trump in Großbuchstaben hinter seine Forderung, die er auf der Plattform Truth Social postete . "Das wollte Lindsey tun", ergänzte der Präsident, und verwies damit auf den kürzlich verstorbenen Senator Lindsey Graham . Dieser hatte sich maßgeblich für das Gesetzesvorhaben für neue Sanktionen gegen Russland eingesetzt. Im US-Senat wird bereits seit über einem Jahr um das neue Sanktionspaket gegen Russland gerungen. Vor wenigen Tagen stellten Senatoren der beiden großen US-Parteien einen überarbeiteten Gesetzentwurf vor. Die Initiative sieht den Angaben zufolge Zölle in Höhe von bis zu 100 Prozent vor, die sich gegen die größten Abnehmer von russischem Öl und Gas richten sollen, darunter China und Indien. Ausnahmen soll es demnach für Länder geben, die weniger als 15 Prozent des von Russland exportierten Erdgases kaufen und "bedeutende Maßnahmen" ergreifen, um diese Käufe zu reduzieren. Senator Graham hatte kurz vor seinem Tod bei einem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw Unterstützung des Weißen Hauses für das Sanktionspaket gegen Russland verkündet. Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine hatte vor über vier Jahren auf Befehl des russischen Präsidenten Wladimir Putin begonnen. Die jüngste Eskalation des Irankriegs hatte Anfang des Monats im Streit um die für den weltweiten Energiehandel wichtige Straße von Hormus begonnen. Inzwischen greifen die USA wieder Ziele in Iran an – und Teheran führt Vergeltungsangriffe in der Region durch. Beide Seiten haben inzwischen ihre Drohungen verschärft. Sie betrachten sowohl die Anfang April vereinbarte Waffenruhe als auch das Mitte Juni unterzeichnete Rahmenabkommen als hinfällig. Offenbar verlegen die USA derzeit weitere Kampfflugzeuge in den Nahen Osten. Dies betreffe unter anderem Maschinen des Typs F-16 vom US-Flugplatz Spangdahlem in der Eifel, berichtet das "Wall Street Journal". Zudem würden Kampfjets vom Typ F-35 von dem von den USA genutzten Stützpunkt RAF Lakenheath in Großbritannien verlegt. Auch Tankflugzeuge seien auf dem Weg in die Region. Auch die "New York Times" berichtet unter Berufung auf US-Beamte von den Verlegungen. Demnach sei die Entscheidung dazu bereits getroffen worden, bevor am Freitag laut dem US-Militär zum ersten Mal seit Monaten wieder zwei US-Soldaten durch iranischen Beschuss getötet wurden.