Kriminalität online: Erpressungsversuch mit Nacktbildern im Eichsfeld

Datum19.07.2026 16:09

Quellewww.zeit.de

TLDREin junger Mann im Eichsfeld wurde mit Nacktbildern von sich erpresst, nachdem er diese über Social Media verschickt hatte. Die unbekannte Person forderte Geld und drohte mit Veröffentlichung. Das Opfer erstattete Anzeige bei der Polizei. Diese Art der Erpressung, sogenannte Sextortion, bei der Täter durch kompromittierende Bilder Geld erpressen, wird vom BKA häufig beobachtet. Die Polizei rät, keine Nacktbilder zu versenden und bei Erpressung kein Geld zu zahlen, sondern Anzeige zu erstatten.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kriminalität online“. Lesen Sie jetzt „Erpressungsversuch mit Nacktbildern im Eichsfeld“. Weil ihm gedroht wurde, seine Nacktaufnahme an seine Follower zu versenden, hat ein junger Mann aus dem Eichsfeld die Polizei eingeschaltet. Die Bilder habe der junge Mann zuvor selbst von sich gemacht und über eine Social-Media-Plattform verschickt, teilte die Polizei mit.  Anschließend sei er von einer unbekannten Person kontaktiert worden, die Geld forderte mit der Drohung, die Aufnahmen sonst weiterzugeben. Statt tatsächlich zu zahlen, sei der betroffene junge Mann am Samstag bei der Polizei erschienen und habe Anzeige erstattet.  Unter anderem das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor solchen sogenannten Sextortion-Versuchen. Dabei geht es um Erpressung mit Nacktbildern meist übers Internet. Täter nehmen etwa über Social-Media-Plattformen zuerst Kontakt zu einem möglichen Opfer auf und bauen ein Vertrauensverhältnis auf. In manchen Fällen sind sie schon vorher mit den späteren Betroffenen bekannt.  Irgendwann werden die Betroffenen dann aufgefordert, Nacktbilder von sich zu verschicken, oder etwa im gemeinsamen Videochat an sich selbst sexuelle Handlungen vorzunehmen. Die Täter drohen dann, das Bild- oder Videomaterial online zu veröffentlichen oder an Familie und Freunde zu schicken, wenn die Opfer kein Geld zahlen sollten.  In manchen Fällen drohen Täter auch, angeblich kompromittierende Aufnahmen der Betroffenen zu veröffentlichen, die es gar nicht gibt oder die entsprechend manipuliert wurden. Oft handelt es sich bei den Tätern laut BKA um organisierte Banden, die aus dem Ausland heraus agieren. Männer werden demnach häufiger Opfer solcher Maschen, aber auch Frauen kann es treffen.  Vorbeugend empfiehlt die Polizei etwa keine Nacktaufnahmen zu verschicken und zurückhaltend mit der Veröffentlichung eigener sensibler Daten umzugehen. Auch sollten Videochats nicht vorschnell angenommen werden. Betriebs- sowie Virenschutzsysteme sollten auf dem aktuellen Stand sein. Wer bereits betroffen ist, sollte kein Geld zahlen. Meist gehe die Erpressung nach Zahlung weiter. Stattdessen sollte etwa bei der Polizei Anzeige erstattet und das weitere Vorgehen besprochen werden. © dpa-infocom, dpa:260719-930-408361/1