Waldbrand bei Madrid: Tausende Hektar zerstört

Datum19.07.2026 15:09

Quellewww.spiegel.de

TLDREin schwerer Waldbrand nordöstlich von Madrid hat bereits Tausende Hektar zerstört. Die Flammen breiten sich trotz des Einsatzes von über 500 Kräften und Löschflugzeugen weiterhin aus. 800 Einwohner wurden vorsorglich evakuiert. Die Dürre und geringe Luftfeuchtigkeit, verstärkt durch den Klimawandel, erhöhen die Waldbrandgefahr in Spanien erheblich. In einer anderen Region, Aragonien, ist ein Brand unter Kontrolle.

InhaltNordöstlich von Madrid hat ein Waldbrand bereits Tausende Hektar zerstört. Allein in einer Nacht fraßen sich die Flammen 14 Kilometer voran. In einer anderen Region des Landes gab es Entwarnung. Nordöstlich der spanischen Hauptstadt Madrid sind nach Angaben der Behörden bei einem Waldbrand bereits rund 13.000 Hektar verbrannt. Das entspricht mehr als 18.000 Fußballfeldern. Bisher seien die Flammen nicht unter Kontrolle, die sich in der Nacht auf Sonntag 14 Kilometer weiter voranbewegt hätten, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE. Mehr als 500 Einsatzkräfte seien am Boden damit beschäftigt, Brandschneisen anzulegen und die Flammen so einzudämmen. Bisher sei es so gelungen, das Feuer von Ortschaften fernzuhalten, sagte die regionale Umweltministerin Mercedes Gómez. Unterstützt werden die Einsatzkräfte unter anderem von der Militärischen Notfalleinheit und 25 Löschflugzeugen. Vorsichtshalber seien 20 Gemeinden mit etwa 800 Einwohnern evakuiert worden, sagte Gómez. Angesichts von Dürre und geringer Luftfeuchtigkeit ist die Waldbrandgefahr derzeit in weiten Teilen Spaniens extrem hoch. Der Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit für Brände etwa im Mittelmeerraum, weil er zu langen Perioden mit Trockenheit und Hitze führt. Seit Jahresbeginn haben großflächige Feuer in Spanien mehr als 80.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission zeigen. Das waren fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Damals gab es jedoch erst im August die schlimmsten Brände, als die verbrannte Fläche von Ende Juli von rund 47.000 Hektar bis Anfang August binnen weniger Tage auf 380.000 Hektar zunahm. Entwarnung gab es bei einem weiteren großen Waldbrand in der Region Aragonien im Nordosten Spaniens. Nach Angaben der Regionalregierung sei der am Donnerstag bei Orés ausgebrochene Brand inzwischen weitgehend unter Kontrolle. Rund 14.400 Hektar seien dort vernichtet worden, sagte Aragoniens Regionalpräsident Jorge Azcón. Mehr als 1100 Menschen mussten zeitweise ihre Häuser verlassen. Mehr als 400 Einsatzkräfte sowie zahlreiche Löschhubschrauber und Löschflugzeuge kämpften gegen die Flammen. Spanien sowie der iberische Nachbar Portugal und andere europäische Länder werden seit Wochen von einer Serie an Waldbränden heimgesucht. Bei einem Brand vorige Woche in der südspanischen Region Andalusien starben 13 Menschen – mehrheitlich ältere, in der Provinz Almería wohnende Ausländer, darunter sieben Briten und drei Belgier.