Grünheide: Tesla will in Deutschland expandieren

Datum19.07.2026 08:16

Quellewww.spiegel.de

TLDRTesla plant in Grünheide die Produktionskapazität auf 7.500 Fahrzeuge pro Woche zu erhöhen und 3.500 neue Arbeitsplätze zu schaffen, um die Wertschöpfungskette zu bündeln. Das Unternehmen sieht Europas besondere Stellung, verweist jedoch auf Risiken durch geopolitische Konflikte und Herausforderungen bei der Batteriezellfertigung in Europa. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten erzielte Tesla Brandenburg 2025 einen Jahresüberschuss von 77,1 Millionen Euro, mit leicht gesunkenen Umsatzerlösen und Produktionszahlen im Vergleich zum Vorjahr.

InhaltMehr Produktion, mehr Jobs: Tesla plant, in Grünheide auf bis zu 7500 Fahrzeuge pro Woche zu kommen. Zugleich nennt das Unternehmen Unsicherheiten durch geopolitische Konflikte. Der US-Elektroautobauer Tesla plant einen schnellen Ausbau der Produktion im Werk Grünheide bei Berlin. Für das Geschäftsjahr 2026 erwarte die Tesla Manufacturing Brandenburg SE eine deutlich höhere Produktionsmenge als im Vorjahr, heißt es im Geschäftsbericht für 2025. Entsprechend solle die Kapazitätsauslastung steigen. Aus Grünheide würden mehr als 30 Märkte beliefert, weitere sollten hinzukommen. Tesla hatte in diesem Jahr bereits angekündigt, die Fertigung in Grünheide auf bis zu 7500 Fahrzeuge pro Woche hochzufahren – das wären 375.000 im Jahr. Zudem soll die Batteriezellfertigung ausgebaut werden. Insgesamt will Tesla 3500 neue Arbeitsplätze schaffen. Das Unternehmen strebt an, die Wertschöpfungskette von der Batteriezelle bis zum fertigen Fahrzeug am Standort zu bündeln und verweist auf eine besondere Stellung in Europa. Bislang war ein weiterer Ausbau nach Unternehmensangaben an die Marktentwicklung gekoppelt. Tesla profitiere zudem von erneuter staatlicher Förderung. Zugleich nennt Tesla Risiken: Eine weitere Eskalation geopolitischer Spannungen und mögliche gesamtwirtschaftliche Folgen wie unterbrochene Lieferketten könnten die Prognose belasten. Auch die vollständige Abbildung der Batteriewertschöpfung in Grünheide bleibe an wirtschaftliche Rahmenbedingungen geknüpft, weil die Zellproduktion in Europa im Vergleich zu den USA und China vor großen Herausforderungen stehe. Das Geschäftsjahr 2025 schloss die Tesla-Tochter trotz eines schwierigen Marktumfelds mit einem Jahresüberschuss von 77,1 Millionen Euro ab – rund 20 Millionen Euro mehr als 2024. Die Kapazitätsauslastung lag bei 54 Prozent und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 56 Prozent. In Grünheide wird aktuell das Model Y produziert. Die Umsatzerlöse gingen von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 7,1 Milliarden Euro im Folgejahr zurück. 2025 rollten 202.000 Fahrzeuge in Grünheide vom Band – 9000 weniger als im Jahr zuvor. Als Gründe nennt Tesla unter anderem eine Modellumstellung und die Integration neuer Varianten; zugleich sei eine stabile Produktionsmenge erreicht worden. Das Werk in Grünheide wurde im März 2022 eröffnet. Ende 2025 beschäftigte die Fabrik laut Bericht rund 11.000 Menschen, einschließlich Leiharbeitern. Es ist Brandenburgs größter Industriebetrieb. Umweltschützer äußern Bedenken, weil das Werk teilweise in einem Wasserschutzgebiet liegt. Tesla verweist auf einen Bericht, wonach die Fabrik das Grundwasser nicht belaste.