Meinung: Athen: Europas heißeste Hauptstadt macht vor, wie wir mit Hitze umgehen können

Datum19.07.2026 07:21

Quellewww.spiegel.de

TLDRAthen entwickelt Strategien gegen Extremwetter, inspiriert durch frühere Katastrophen. Ein Aktionsplan mit Drohnenwarnungen und einer App für kühle Orte zeigt Lösungsansätze für Städte. Der Ausbau von Kitas fördert die Gleichberechtigung, indem Väter mehr Elternzeit nehmen und Mütter schneller zurück in den Beruf finden. In Brasilien wird das gelbe Trikot durch Präsident Lulas Rückkehr zum Symbol für Fortschritt.

InhaltAthen wappnet sich gegen Extremwetter. Die Brasilianer holen sich ihr gelbes Trikot zurück. Und: Kitaausbau hilft der Gleichberechtigung. Hier sind die guten Nachrichten der Woche. Herzlich willkommen zu Alles Gute, dem SPIEGEL-Newsletter mit ausschließlich guten Nachrichten. Schön, dass Sie da sind! Wo erreicht Sie dieser Newsletter? Womöglich im Sommerurlaub an der Ägäis. "Alles Gute" beim Hotelfrühstück lesen, später am Strand gegen die brütende Hitze abkühlen. Oder aber Sie sitzen im heimischen Wohnzimmer, freuen sich, dass die Temperaturen gesunken sind – in einer Woche, da das Thermometer vielerorts erneut um die 30 Grad anzeigte. Die Hitze war damit nicht ganz so erdrückend wie im Juni, als viele Menschen verstanden: Die Klimakatastrophe ist in Deutschland angekommen. Sommer, das heißt nicht mehr nur Urlaub, Sonnenstunden, Eisessen und Baden. Sondern auch Straßen mit Hitzeschäden, Waldbrände, Extremwetter, Tote. Deutschland muss Wege finden, damit umzugehen. Dabei hilft ein Blick an Orte, wo sich Menschen bereits angepasst haben: In Athen, der südlichsten und heißesten Hauptstadt Europas, sind die Temperaturen in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. Die Verantwortlichen haben deshalb einen Aktionsplan entwickelt. Über die Maßnahmen hat meine Kollegin Katrin Kuntz mit dem Bürgermeister der Stadt gesprochen: Haris Doukas, der auch Professor für Energie- und Klimapolitik ist. Ihm zufolge begann das Umdenken in Griechenland vor etwa acht Jahren. Damals starben viele Menschen bei einer Flut und Feuern – unter extremen Klimabedingungen. "Plötzlich ging es nicht mehr nur um die Umwelt, sondern ums pure Überleben", sagte Doukas zu Katrin. Heute nutzen die Athener eine Reihe von Maßnahmen bei Extremwetter, darunter ein System, das die Bevölkerung mithilfe von Drohnen vor Feuern und anderen Gefahren warnt. Und eine App, die Menschen bei Bedarf an kühle Orte lotst. Nun kann man Berlin, Düsseldorf oder Mannheim nicht ohne Weiteres mit Athen vergleichen. Die griechische Hauptstadt liegt viel weiter südlich, ist noch dazu dicht bebaut. Dennoch zeigt das Interview, wie Politik und Gesellschaft konstruktive Wege finden – und finden müssen –, um Städte vor Extremwetter zu schützen. Ich empfehle Ihnen Katrins Gespräch mit Doukas  sehr. Kitaausbau sorgt für mehr GleichberechtigungSeit 13 Jahren haben Eltern Anspruch auf einen Kitaplatz für ihr Kind ab dessen erstem Geburtstag. Eine Studie zeigt: Das hat Folgen für die Gleichberechtigung. Mehr Väter nehmen Elternzeit, Mütter kommen schneller zurück in den Job. Hier geht’s zur Meldung. Brasilianer holen sich ihr Trikot zurückWer in Rio das gelbe Leibchen der Seleção trug, galt lange als Bolsonaro-Anhänger. Dann hat sich Luiz Inácio Lula da Silva, der linke Präsident Brasiliens, in das Trikot geworfen. Nun ist es nicht mehr nur bei Putschisten beliebt, im Gegenteil: Selbst der Sohn meines Kollegen Marian Blasberg will unbedingt eins haben. Lesen Sie hier Marians Kolumne . Elefanten verfügen über eine besondere HörgabeWarum hören Elefanten so gut? Weil sie große … Nein, so einfach ist es nicht. Viel mehr geht es darum, dass die Tiere Vibrationen im Boden durch ihr Skelett bis ins Innenohr aufnehmen. Die Hintergründe haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersucht – und sind auch zu neuen Erkenntnissen gekommen. Lesen Sie hier mehr dazu. Wie Sie psychisch mit Hitze fertig werdenNoch einmal zum Thema Extremtemperaturen: Die haben nicht nur Folgen für unsere Umwelt, sondern wirken sich auch auf unsere Psyche aus. Erfahren Sie hier , woher das kommt und was der Seele hilft. Wo Kleinanleger investieren solltenHartnäckig hält sich die Vorstellung, dass man zum Anlegen ordentliche Summen braucht. Dabei können Sie heute schon mit wenigen Euro an der Börse mitmischen. Hier lesen Sie , welche Depotanbieter besonders günstige Konditionen für einen ETF-Sparplan bieten. Wie Sie toxische Arbeitsbeziehungen erkennenArgumentieren Chefs mit Gefühlen, ist Vorsicht geboten. Denn was nach menschenzentrierter Führung klingt, kann schnell in emotionale Manipulation umschlagen. So können Sie sich wehren . Möchte ich Ihnen jemanden aus meinem Lieblingsmusikgenre vorstellen: die deutsche Rapperin Juju. Sie gehört zu den erfolgreichsten Künstlerinnen ihrer Sparte. Falls Ihnen der Name nichts sagt, dann womöglich diese Zeilen: "Wie kann man jemand so krass vermissenWie ich dich in diesem scheiß Augenblick?Ich bin grade so krass zerrissenSoll ich dir einfach wieder schreiben oder nicht?" Mit "Vermissen" erzielte Juju gemeinsam mit dem Sänger Henning May (AnnenMayKantereit) 2019 einen Charthit. Dabei ist die Rapperin eigentlich für harte Texte bekannt: Ihre Tracks sind voller Disses und klarer Ansagen. Als Teil des Duos SXTN wurde sie zu einer Pionierin des sogenannten Fotzenrap – Jahre bevor Ikkimel die Zuschauer des ZDF-"Morgenmagazins" schockierte. Umso bemerkenswerter ist es, dass Juju als roughe Rapperin mit meiner Kollegin Nora Gantenbrink erstmals über ihre Autismus- und ADHS-Diagnosen gesprochen hat: "Ich dachte ja immer, irgendwas stimmt nicht mit mir", erzählte Juju in einem sehr persönlichen Gespräch. Damit, dass die Künstlerin ihre Geschichte öffentlich teilt, gibt sie neurodivergenten Menschen ein Gesicht, findet Nora. "Lange Zeit war das Thema psychische Gesundheit im deutschen Hip-Hop fast nicht existent, zu groß war auch die Angst vor Stigmatisierung", sagt sie. Dass immer mehr Musikerinnen und Musiker auch über ihre Psyche reden und Diagnosen wie Depression, ADHS und Autismus offenlegen, sei ein wichtiger Schritt in Richtung Normalisierung, sagt Nora. Ganz gleich, ob Sie Rap-Fan sind oder nicht, ich empfehle Ihnen das Gespräch  sehr! Sollten Sie Deutschrap hören, dann schreiben Sie mir doch, wer Ihre liebste Künstlerin oder Ihr liebster Künstler ist. Und wenn Sie sich bisher nicht für unseren wöchentlichen Newsletter angemeldet haben, können Sie ihn hier gratis bestellen. Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende! Herzliche Grüße Ihre Anastasia Trenkler, Redakteurin im Nachrichtenressort des SPIEGEL