Bedrohte Sprache: Erstmals zwölf Bewerber für neues Sorbisch-Lehramtsstudium

Datum19.07.2026 06:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDie BTU Cottbus-Senftenberg startet erstmals ein Lehramtsstudium für Sorbisch/Wendisch, um die bedrohte Minderheitensprache zu erhalten. Zwölf Bewerbungen für die zwölf Studienplätze liegen vor. Ziel ist die Sicherung der Zukunft der sorbisch/wendischen Sprache und Kultur in der Lausitz. Voraussetzung ist das Sprachniveau B1 in Niedersorbisch.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bedrohte Sprache“. Lesen Sie jetzt „Erstmals zwölf Bewerber für neues Sorbisch-Lehramtsstudium“. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) bildet zum Wintersemester ab Herbst erstmals Lehrkräfte aus, die das Fach Sorbisch/Wendisch in der Grundschule unterrichten. Für die geplanten 12 Studienplätze seien inzwischen zwölf Bewerbungen eingegangen, teilte die Hochschule mit.  Die Minderheitensprache in der Lausitz soll vor dem Aussterben bewahrt werden. Nicht viele Menschen sprechen die alte westslawische Sprache noch. Kultur-Staatssekretär Tobias Dünow (SPD), der Beauftragter des Landes Brandenburg für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden ist, hatte das neue Studienangebot bei der Vorstellung im April auch als "Experiment" bezeichnet. Doch es sei vor allem ein klares Signal, dass die Zukunft der sorbisch/wendischen Sprache und Kultur gesichert werde.  Die Hochschule ist mit der Nachfrage zufrieden. "Wir können davon ausgehen, dass das gut angenommen wird", sagte eine Sprecherin zum Studienangebot am Standort Senftenberg. Allerdings ist der Auswahlprozess noch nicht abgeschlossen. Die Studiengänge in der Fächerkombination Mathe/Sorbisch-Wendisch und Deutsch/Sorbisch-Wendisch sollen planmäßig zum Wintersemester starten. "Wir gehen von einer hohen Annahmequote der Studieninteressierten aus (...)", teilte die BTU weiter mit. Für die Kombination mit Deutsch gebe es neun Bewerbungen, für Mathe/Sorbisch-Wendisch drei.  Als Voraussetzung sollen künftige Studierende das Sprachniveau B1 in Niedersorbisch erfüllen. Das bedeutet unter anderem, dass sie sich im Alltag verständigen können. In der Lausitz im Süden Brandenburgs und in Sachsen leben um die 60.000 Sorben und Wenden. Der Schutz der nationalen Minderheit ist in der Verfassung des Landes Brandenburgs verankert. © dpa-infocom, dpa:260719-930-406316/1