Datum19.07.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRSachsen-Anhalts Infrastruktur ist unzureichend auf zunehmende Hitze- und Dürreperioden vorbereitet. Umweltminister Willingmann fordert Investitionen in modernes Wassermanagement zur besseren Wasserspeicherung. Sinkende Grundwasserpegel machen Wasser in Sommermonaten knapp, was zu lokalen Entnahmebeschränkungen führt. Ziel ist die Anpassung an den Klimawandel, zum Schutz von Gewässern, Artenvielfalt und Landwirtschaft. Das Land fördert Wasserrückhaltemaßnahmen mit 28 Millionen Euro.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Umwelt“. Lesen Sie jetzt „Willingmann: Wasser wird häufiger zu knappem Gut“. Sachsen-Anhalts Infrastruktur ist laut Umweltministerium derzeit nicht ausreichend auf immer häufigere Hitze- und Dürreperioden ausgelegt. "Auch wenn die Wasserversorgung der Bevölkerung gesichert bleibt, ist es wichtig, dass wir in den kommenden Jahren verstärkt in modernes Wassermanagement investieren mit dem Ziel, Wasser verstärkt in der Fläche zu halten", sagte Umweltminister Armin Willingmann der Deutschen Presse-Agentur. So sollen etwa Stauanlagen gebaut oder saniert werden. Hitze und Dürre führten dazu, dass die Grundwasserpegel absänken und Wasser vor allem in Sommermonaten verstärkt zu einem knappen Gut werde, sagte der SPD-Politiker. Auch, damit die Pegel nicht weiter sinken, gelten derzeit in den Landkreisen Altmarkkreis Salzwedel, Anhalt Bitterfeld, Börde, Saalekreis und Stendal besondere Regeln für die Entnahme von Wasser. So ist unter anderem die Nutzung von Brunnen zur Bewässerung öffentlicher und privater Grünflächen sowie von Sportanlagen nur zu bestimmten Zeiten erlaubt. Mit den Regelungen, die in sogenannten Allgemeinverfügungen festgehalten sind, sollen die Gewässer sowie die Pflanzen und Tiere darin und drumherum geschützt werden. Im Saalekreis gilt die Verfügung zum Beispiel bis Ende September. Landesweite Sonderregelungen zur Entnahme von Wasser wird es laut Ministerium nicht geben. Das Wasserangebot sei regional sehr unterschiedlich, deshalb würden die Verfügungen immer lokal erlassen. Außerdem seien landesweite Regelungen gesetzlich nicht möglich. Bei der Verbesserung des Wassermanagements im Land gehe es im Grund darum, "sich pragmatisch an den Klimawandel anzupassen - zur Stabilisierung der Wasserhaushalte, zum Schutz der Artenvielfalt in Auen und nicht zuletzt auch zur Unterstützung der Landwirtschaft, für die Wasserknappheiten in Zukunft ein ernstes Thema sein wird", erklärte Willingmann. Mit einem neuen Gesetz seien im Oktober vergangenen Jahres Voraussetzungen geschaffen worden, die jene Anpassungen einfacher möglich machen sollten. Vorhaben der Gewässerunterhaltung und Maßnahmen zum Wasserrückhalt will das Land mit 28 Millionen Euro Fördermitteln unterstützen. © dpa-infocom, dpa:260719-930-406085/1