Datum19.07.2026 01:37
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Moderatoren von "Die Anstalt" kritisierten die ZDF-Entscheidung, Danger Dans Auftritt mit dem Song "Keine Angst" abzusagen, als "mutlos". Sie verteidigten die Debatte um Antifa-Strukturen und die staatliche Durchsetzung des Gewaltmonopols, die durch die Zensur des Liedes verhindert worden sei. Danger Dan selbst distanzierte sich vom Vorwurf des Gewaltaufrufs und erklärte, das Lied sei eine Antwort auf erstarkenden Rechtsextremismus und solle Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.
InhaltIn ihrer Jubiläumssendung thematisieren die Moderatoren der Sendung "Die Anstalt" die Ausladung von Danger Dan. Dabei kommentieren sie Zeilen seines Songs "Keine Angst". Die Moderatoren der Satiresendung Die Anstalt haben in ihrer Jubiläumssendung die ZDF-Entscheidung zur Ausladung des Rappers Danger Dan erneut deutlich kritisiert. "Wir verstehen, dass man über den Song geteilter Meinung sein kann, aber wir empfinden die Entscheidung des ZDF in einer Zeit, in der rechtsextreme Gewalt in der Geschichte der Bundesrepublik mal wieder einen Höchststand erreicht hat, einfach als mutlos", sagte Moderator Claus von Wagner. Das Team um Wagner, Max Uthoff und Maike Kühl las während der Sendung abwechselnd Passagen aus dem Song Keine Angst von Danger Dan vor und kommentierte sie. Darunter war etwa eine Stelle, in der es darum geht, Namen von Rechtsextremen zu recherchieren und zu veröffentlichen. Das könne strafbar sein, sagte Moderator Uthoff. Über die letzten Zeilen des Liedes habe das Team viel diskutiert. Dort nennt Danger Dan vier Namen, die mit den Vornamen einschlägig bekannter, zum Teil schon rechtskräftig verurteilter Linksextremisten identisch sind. Man verurteile Gewalt. Die Frage sei aber, was passiere, wenn der Staat sein Gewaltmonopol nicht durchsetze und Menschen ungeschützt seien vor Nazis, sagte Uthoff. Die Debatte sei wichtig und das Team hätte sich sehr gewünscht, dass Danger Dan hätte auftreten dürfen, so dass man im Anschluss mit ihm hätte diskutieren können, sagte Moderatorin Kühl. Ursprünglich sollte Danger Dan den Song mit Starpianist Igor Levit in der 100. Ausgabe der Satiresendung am Samstagabend präsentieren. Die ZDF-Intendanz hatte jedoch kurzfristig in das Programm der Sendung eingegriffen und die Vorführung von Keine Angst unterbunden. Der Sender begründete den Schritt in einem Statement damit, dass der Text des Liedes als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne. Danger Dan distanzierte sich von diesem Vorwurf: "Ich rufe niemanden dazu auf, in den kriminellen Untergrund zu gehen", sagte er dem Spiegel. Sein Lied will er verstanden wissen als "Antwort auf die Frage: Wie baut man wirksame Antifa-Strukturen auf?" Er habe das Lied geschrieben, um Menschen zu zeigen, dass sie angesichts des erstarkenden Rechtsextremismus nicht komplett ohnmächtig seien. "Die Anstalt" zeigt in ihrer Sendung am Samstagabend einen schwarzen Klavier-Flügel, auf den zwar Scheinwerfer gerichtet waren, aber an dem niemand saß. Das ZDF reagierte auf die Kritik an dem abgesagten Auftritt mit einer Sonderfolge des Kulturmagazins "Aspekte" am gleichen Abend, der sich mit Keine Angst beschäftigt.