Selenskyj verspricht Demonstrierenden Entscheidungen bei der Armee

Datum18.07.2026 23:49

Quellewww.spiegel.de

TLDRPräsident Selenskyj reagierte auf die anhaltenden Proteste für eine Rückkehr des beliebten Ex-Verteidigungsministers Fedorow und den Rücktritt von Armeechef Syrskyj. Selenskyj sprach mit beiden und versprach, an Entscheidungen zur Armee zu arbeiten, nannte aber keine Details. Fedorow war nach sechs Monaten zurückgetreten, da er den Krieg unter der aktuellen Konstellation nicht gewinnen sehe. Er warb für die Digitalisierung und personelle Verbesserungen, während ihn Syrskyj angeblich unter Druck setzte.

InhaltAm dritten Tag in Folge fordern Protestierende die Entlassung von Armeechef Syrskyj und die Rückkehr von Ex-Verteidigungsminister Fedorow. Nun reagiert Präsident Selenskyj, bleibt dabei aber vage. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das Gespräch mit seiner Militärführung gesucht. Hintergrund ist der anhaltende Protest gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. "Natürlich höre ich, was die Leute sagen", versicherte der Staatschef in einer Videoansprache. Dabei habe er auch "lange" mit Fedorow und ebenso mit Armeechef Olexandr Syrskyj gesprochen. "Entscheidungen bezüglich der Armee werden ausgearbeitet", versprach Selenskyj, ohne Details zu nennen. In ukrainischen Medien wurde über eine mögliche Entlassung des Armeechefs spekuliert. Der beliebte Verteidigungsminister Fedorow war am Mittwoch im Rahmen einer Regierungsumbildung zurückgetreten. Am Samstag versammelten sich den dritten Tag in Folge zahlreiche Demonstranten in der Hauptstadt Kyjiw, um gegen Fedorows Ablösung zu protestieren. Zugleich forderten sie Syrskyjs Rücktritt. In seiner ersten Reaktion auf die Proteste dankte Fedorow den Demonstrierenden. "Es gibt einen Dialog. Ich glaube, dass sich alles zum Guten wenden wird", schrieb er im Onlinedienst Telegram. Nach seinem Rückzug hatte Fedorow dem Armeechef Syrskyj vorgeworfen, seine Entlassung mit einem Ultimatum erzwungen zu haben. Er kritisierte darüber hinaus langsame bürokratische Abläufe und mangelnde Flexibilität innerhalb der Streitkräfte. "In dieser Konstellation weiß ich persönlich nicht, wie der Krieg gewonnen werden kann", so Fedorow. Für viele Ukrainer verkörperte der Verteidigungsminister, der nur sechs Monate im Amt war, die Modernisierung der von Bürokratie und Korruptionsvorwürfen belasteten Armee. Fedorow hatte die Digitalisierung der Streitkräfte und den Einsatz von Drohnen vorangetrieben. Unter seiner Leitung wurden zudem die Bezüge von Soldaten deutlich erhöht und Pläne für eine schrittweise Demobilisierung entwickelt.