Datum18.07.2026 17:12
Quellewww.zeit.de
TLDRDie CDU Steinfurt begrüßt Jens Spahns Rücktritt als Unionsfraktionschef. Spahns Vorgehen, das Verbot der Leihmutterschaft in den USA zu umgehen, wurde als "politisch maximal unglücklich" bezeichnet. Dieser Schritt sei notwendig gewesen, um die Glaubwürdigkeit der Politik zu wahren. Spahn war wegen der Elternschaft durch Leihmutterschaft in den USA parteiübergreifend kritisiert worden. Alexander Hoffmann übernimmt vorerst Spahns Amtsgeschäfte.
InhaltDie CDU in Steinfurt zeigt sich erleichtert über den Rückzug Jens Spahns vom Unionsfraktionsvorsitz. Dessen Vorgehen sei "politisch maximal unglücklich" gewesen. Der Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef ist auch in der CDU seines Wahlkreises im Münsterland mit Erleichterung aufgenommen worden. Der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Steinfurt, André Schwietert, sagte der Nachrichtenagentur dpa, politisch sei Spahns Vorgehen "maximal unglücklich und der Rückzug von Jens ist hier absolut notwendig gewesen". Die Glaubwürdigkeit der handelnden Politiker sei mitentscheidend für die Zukunft der Demokratie, die an der Basis in den Kommunen und Stadtverbänden stets verteidigt werde. "Das Vorgehen von Jens Spahn, sosehr ich es aus persönlichen Gründen nachvollziehen kann, ist hier nicht förderlich für diese Glaubwürdigkeit", sagte Schwietert. Parteiinterne Diskussionen seien in den vergangenen Tagen "teils sehr kontrovers" ausgefallen. Spahn vertritt seit dem Jahr 2002 den Wahlkreis Steinfurt I – Borken I im Bundestag. Spahn und sein Ehemann hatten vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass sie mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden sind. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Spahn selbst hatte sich – wie die CDU insgesamt – in der Vergangenheit für eine Aufrechterhaltung dieses Verbots eingesetzt. Dass Spahn unter diesen Umständen das Verbot in Deutschland umgangen hatte, sorgte in den vergangenen Tagen parteiübergreifend für immense Kritik. Rücktrittsforderungen kamen zunächst aus der Opposition, später auch aus Spahns eigener Partei. Zuletzt soll ihn auch Bundeskanzler Friedrich Merz zum Rücktritt aufgefordert haben. Der Steinfurter Christdemokrat Schwietert sagte, er persönlich freue sich für Spahn und seinen Mann über den Nachwuchs und wünsche alles Gute. "Für mich als Christdemokrat steht die Familie, egal in welcher Konstellation, an erster Stelle." Nach Spahns Rücktritt übernimmt CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann übergangsweise dessen Amtsgeschäfte. Über Spahns Nachfolge wollen der Bundesvorstand und die Parteivorsitzenden der Länder nach ZEIT-Informationen in den kommenden Tagen entscheiden.