Anschlag in Berlin: Tatverdächtige wehren sich gegen Auswertung beschlagnahmter Geräte

Datum18.07.2026 15:52

Quellewww.zeit.de

TLDRVier Tatverdächtige wehren sich gerichtlich gegen die Auswertung beschlagnahmter Geräte nach einem Anschlag auf einen Berliner Technologiepark im September 2025. Bei dem mutmaßlich linksextremen Anschlag wurden Starkstromkabel zerstört, was zu Stromausfällen bei zehntausenden Haushalten und Unternehmen führte. Die Beschuldigten werden wegen verfassungsfeindlicher Sabotage angeklagt. Ihre Chancen, die Beweismittel aus den durchsuchten Wohnungen zurückzuerhalten und deren Verwendung zu verhindern, sind ungewiss.

InhaltIm September 2025 legte ein Anschlag auf einen Technologiepark die Stromversorgung in Teilen Berlins lahm. Vier Tatverdächtige gehen gerichtlich gegen eine Razzia vor. Vier mögliche Beteiligte an einem Brandanschlag auf die Berliner Stromversorgung gehen gerichtlich gegen eine Razzia im März 2026 vor. Eine Entscheidung über den Widerspruch steht noch aus, teilte ein Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft mit. Die Personen werden verdächtigt, an einem mutmaßlich linksextremen Anschlag auf einen Berliner Technologiepark im September 2025 beteiligt gewesen zu sein. Die Tatverdächtigen wehren sich explizit gegen die Auswertung von Geräten, die bei der Razzia beschlagnahmt wurden. Wenn ihr Widerspruch gegen die Sicherstellung von Beweismitteln erfolgreich sei, habe dies zur Folge, dass diese wieder ausgehändigt werden müssten und gegebenenfalls nicht als Beweismittel verwendet werden könnten, erklärte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Bei der Razzia durchsuchten Polizisten im März 17 Wohnungen und andere Räume in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz in Brandenburg. Den vier Beschuldigten im Alter von 28, 31, 35 und 36 Jahren wird verfassungsfeindliche Sabotage vorgeworfen. Am 9. September 2025 hatte ein nächtliches Feuer Starkstromkabel im Südosten Berlins weitgehend zerstört. In einem Bekennerschreiben im Internet war von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- und Nanotechnologie, Raumfahrt sowie Sicherheits- und Rüstungsindustrie die Rede. Betroffen waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe.