Datum18.07.2026 12:40
Quellewww.zeit.de
TLDRKristy Augustin, Mitglied des CDU-Bundesvorstands, fordert vom Fraktionschef Jens Spahn eine klarere Haltung zur Leihmutterschaft. Spahn, dessen Mann über eine Leihmutter in den USA Vater wurde, hat sich laut Augustin noch nicht eindeutig zu seinem Parteibeschluss gegen Leihmutterschaft positioniert. Augustin lehnt Rücktrittsforderungen an Spahn ab, da dies der CDU schade. Die CDU und die Frauen-Union halten am Verbot von Leihmutterschaft fest.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Debatte über Leihmutterschaft“. Lesen Sie jetzt „CDU-Vorstandsmitglied wünscht sich klarere Worte von Spahn“. Die Landesvorsitzende der Frauen-Union Brandenburg, Kristy Augustin, wünscht sich vom Unions-Fraktionschef im Bundestag, Jens Spahn, eine klarere Positionierung in der Debatte um Leihmutterschaft. "Er selbst hat meines Erachtens noch nicht deutlich gesagt, wie er zu unserem eigenen Beschluss Leihmutterschaft steht", sagte Augustin, die auch Mitglied des CDU-Bundesvorstands ist, der Deutschen Presse-Agentur. Spahn habe gesagt, er habe lange mit sich gerungen. Ihr sei es aber wichtiger, "welche Botschaft er zu dem Thema für seine Partei hat". Die CDU-Politikerin sieht mehrere offene Fragen. "Wie können und sollen wir seine Entscheidung und damit Position zukünftig einordnen?", sagte Augustin. "Abseits der Entscheidung, die er der Fraktion überlässt, steht er uns weiter mit all seinen Fähigkeiten zur Verfügung, wenn er den Rückhalt erfährt?" Augustin geht allerdings davon aus, dass Spahn klar Position beziehen werde. Das CDU-Präsidium berät am Montag darüber. Augustin sagte, sie schätze Spahn sehr. In einer Rücktrittsforderung gegen den Unions-Fraktionschef sieht Augustin keine Lösung für die CDU. "Es nützt niemandem, einen Rücktritt zu fordern aus den eigenen Reihen", sagte sie und warnte davor, dass dies auf die Partei zurückfällt: "Meine Sorge ist einfach, dass es mit der CDU verbunden wird." Das nütze weder CDU noch SPD in den Landtagswahlkämpfen. Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Daniel Peters hatte in der "Bild"-Zeitung Spahns Rücktritt als Vorsitzender der Unionsfraktion gefordert. Spahn und sein Mann Daniel Funke hatten am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte das Baby zur Welt. Das löste viel Kritik aus, denn eine Leihmutterschaft in Deutschland ist verboten und Spahns Partei - wie auch Spahn in der Vergangenheit selbst - spricht sich gegen eine Legalisierung aus. Die CDU und die Frauen-Union halten am Verbot einer Leihmutterschaft in Deutschland fest. © dpa-infocom, dpa:260718-930-404049/1