Streit über Leihmutterschaft: Kanzler-Heimatverband fordert Spahn zum Rücktritt auf

Datum18.07.2026 12:10

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Heimatverband von Friedrich Merz fordert Jens Spahns Rücktritt. Spahn nutzte eine Leihmutter in den USA, was in Deutschland illegal ist und der CDU-Parteilinie widerspricht. Mitglieder sehen darin einen Schaden für die Glaubwürdigkeit der Partei. Auch FDP-Politikerin Strack-Zimmermann bezeichnet Spahn als "Heuchler" und fordert seinen Rücktritt.

InhaltDie Rücktrittforderungen an Unionsfraktionschef Jens Spahn nehmen zu. Nun hat sich ihnen auch der Heimatverband von Friedrich Merz angeschlossen. FDP-Politikerin Strack-Zimmermann bezeichnete Spahn als "Heuchler". Die kritischen Stimmen, die Unionsfraktionschef Jens Spahn den Rücktritt nahelegen, werden immer mehr. Seitdem bekannt wurde, dass Spahn und sein Ehemann eine Leihmutter in den USA genutzt haben, um ein leibliches Kind zu bekommen, hatte sich als Erstes der CDU-Chef von Mecklenburg-Vorpommern für Spahns Abtritt ausgesprochen. Nun zieht der Heimatverband von Bundeskanzler Friedrich Merz nach. "Als CDU begrüßen wir mit Freude jedes Neugeborene", heißt es in dem offenen Brief des Stadtverbands Brilon  in Rheinland-Pfalz. Wenn jedoch führende Repräsentanten der CDU durch ihr eigenes Handeln Zweifel an der Ernsthaftigkeit der programmatischen Aussagen der Partei aufkommen ließen, erschwere dies die Arbeit vor Ort erheblich. Leihmutterschaft ist in Deutschland illegal, noch im Februar hatte die CDU dies mit einem Parteitagsbeschluss bekräftigt: "Leihmutterschaft bleibt damit uneingeschränkt verboten, unabhängig von der Motivation." Dass Spahn gegen den Beschluss gehandelt habe, so heißt es weiter im Brief aus Brilon, würden viele Mitglieder als schweren Schaden für die Glaubwürdigkeit der CDU wahrnehmen. "Im Interesse der Glaubwürdigkeit unserer Partei sowie des Vertrauens unserer Mitglieder und Wähler" fordere man Jens Spahn daher auf, von seinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurückzutreten. Die "Bild"-Zeitung hatte als Erste über den offenen Brief berichtet. Aus der FDP schloss sich die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann den Rücktrittforderungen an. "Man kann beim Thema Leihmutterschaft durchaus unterschiedlicher Meinung sein", sagte Strack-Zimmermann der "Rheinischen Post". Wer als Gesundheitsminister Leihmutterschaft stets und vehement abgelehnt habe, sich aber dann aufgrund Status und Vermögen über den Umweg USA darüber hinwegsetzte, sei "ein Heuchler und als Politiker und Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion nicht mehr tragbar".