Datum18.07.2026 10:43
Quellewww.spiegel.de
TLDRHelene Fischer verteidigt hohe Ticketpreise für ihre Shows. Sie räumt zwar ein, dass man sich Gedanken darüber mache, betont aber, dass Hunderte von Menschen an den Produktionen beteiligt seien. Zudem seien Material- und Personalkosten gestiegen. Die günstigsten Tickets kosten über 70 Euro, VIP-Tickets bis zu 700 Euro. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig will gegen überhöhte Preise auf dem Zweitmarkt vorgehen.
InhaltJa, man mache sich Gedanken, räumt der Schlagerstar im Interview mit den "Tagesthemen" angesichts teurer Konzerttickets ein. Mehr aber auch nicht. Helene Fischer, 41, war am Freitagabend zu Gast in den "Tagesthemen". Warum, ist nicht ganz klar. Die Sendungsleitung räumte Ingo Zamperoni und dem Schlagerstar rund sieben Minuten für ein Live-Gespräch während der Sendung frei. Dort plauderten der Moderator und Fischer erst über ihre nun zu Ende gehende Jubiläumstour, dann über ihr Publikum: "Sie stehen seit zwanzig Jahren auf der Bühne, überrascht es Sie, dass Sie auch so viele junge Fans haben, Generation übergreifen?" bis Zamperoni zu Ende des Interviews noch eine kritische Nachfrage stellte. Es ging um Ticketpreise. Diese sind zuletzt bei der WM, aber auch bei Konzerten stark gestiegen. Auf die Frage, ob an solchen Events nicht bald nur noch für Privilegierte und Wohlhabende teilnehmen könnten, antwortete die Schlagersängerin ganz diplomatisch: "Das ist natürlich ein wichtiger Punkt." In der Tat würden sie und ihr Team sich im Vorfeld "wahnsinnig lange darüber Gedanken machen", doch auf der anderen Seite habe man Hunderte Menschen, die an so einer großen Show arbeiten, sagte Fischer und verteidigte die Ticketpreise. "Wir schaffen irgendwo auch Arbeitsplätze", erläuterte sie und verwies darauf, dass auch die Materialkosten immer teurer würden. Die günstigsten Tickets für die 360°-Show kosteten laut "t-online " zwischen 71 und 90 Euro, je nach Stadt. Für VIP-Tickets müssen Fans bis zu 700 Euro zahlen. Es sind nicht nur die Künstler selbst, die für ihre Konzerte höhere Ticketpreise verlangen. Auf dem Zweitmarkt werden zudem diese für horrende Preise weiterverkauft. Künstler und Veranstaltungsfirmen haben Bundesjustizministerin Stefanie Hubig zuletzt in einem offenen Brief aufgefordert, gegen "Wucher und Betrug" auf diesem Ticketzweitmarkt vorzugehen. Die SPD-Politikerin willigte ein und hat dabei laut eigener Aussage nicht nur Musikveranstaltungen im Visier: Konzerte, Fußballspiele und andere Veranstaltungen dürften nicht nur denjenigen offenstehen, "die sich die horrenden Preise auf dem Zweitmarkt leisten können", sagte sie. Sie skizzierte im Mai erste Maßnahmen: Ein möglicher Schritt sei, überzogene Preisaufschläge beim Weiterverkauf zu begrenzen. Sängerin Olivia Dean hatte im vergangenen Jahr die Ticketplattformen gerügt, weil sie exorbitante Preise für wiederverkaufte Tickets auf ihrer Nordamerika-Tour zuließen – und bewirkt, dass Ticketmaster die Preise deckelte.