Verbraucherzentralen fordern klare Regeln und Preise beim Handgepäck

Datum18.07.2026 08:32

Quellewww.spiegel.de

TLDRVerbraucherzentralen fordern klare Regeln für Handgepäck im Flugverkehr. Sie kritisieren, dass Fluggesellschaften die EU-Vorgabe, angemessenes Handgepäck kostenlos zu transportieren, unterschiedlich auslegen und oft nur kleine, kostenpflichtige Gepäckstücke zulassen. Dies führt zu Verwirrung und zusätzlichen Kosten. Zur Durchsetzung ihrer Forderungen haben die Verbraucherzentralen Klagen eingereicht und hoffen auf eine höchstrichterliche Klärung, was als kostenloses Handgepäck gilt. Neue EU-Regelungen ab Mitte 2027 sollen Preisvergleiche erleichtern, doch kostenpflichtiges Handgepäck soll weiterhin möglich bleiben.

InhaltWer Flüge vergleicht, muss sich oft mit unterschiedlichen Vorgaben für Handgepäckstücke rumschlagen – dabei müssen Airlines angemessenes Handgepäck kostenlos transportieren. Die Verbraucherzentralen pochen auf EU-Recht. Die Verbraucherzentralen monieren zur Hauptreisezeit in diesem Sommer weiterhin unübersichtliche Regeln und Preise fürs Handgepäck beim Fliegen. Die Chefin des Bundesverbands, Ramona Pop, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Flugreisende sollten ihr Handgepäck vor Reiseantritt genau nachmessen und mit den Höchstmaßen der Fluggesellschaft abgleichen. Das nervt, wird sonst aber leider schnell teuer." Sie forderte: "Es braucht dringend Klarheit, was Airlines kostenlos transportieren müssen." Hintergrund ist, dass für kleinere Gepäckstücke, die Passagiere in die Kabine mitnehmen können, schon beim Ticketbuchen oft unterschiedliche Vorgaben und Preismodelle je nach Abmessungen, Gewicht und Anzahl gelten. "Laut EU-Recht müssen Fluggesellschaften angemessenes Handgepäck kostenlos transportieren", sagte Pop. Jede Airline lege diese Regel aber anders aus. "Oft ist nur ein Mini-Gepäckstück zugelassen. In vielen Fällen müssen Reisende draufzahlen", kritisierte Pop. "An den Flughäfen ärgern sich die Leute über Chaos am Gepäckschalter und über die Kostenfallen, die dort lauern können." Um Klarheit zu erreichen, was kostenlos transportiert werden muss, habe die Verbraucherzentrale Klagen gegen mehrere Fluggesellschaften gestartet. Das juristische Vorgehen ist Teil einer Aktion von Verbraucherschützern auf EU-Ebene. Ziel ist auch eine höchstrichterliche Klärung, was als angemessenes Handgepäck gilt, das Fluggesellschaften kostenlos transportieren müssen. Die EU-Staaten hatten kürzlich neue Regelungen der Fluggastrechte gebilligt, die voraussichtlich ab Mitte 2027 in der Europäischen Union gelten sollen. Wer online Tickets sucht, soll demnach standardmäßig den Preis mit Handgepäck angezeigt bekommen. Das soll Preisvergleiche erleichtern. Fluggesellschaften können aber weiter Tickets anbieten, bei denen für größere Handgepäckstücke extra gezahlt werden muss – so wie es besonders manche Billigflieger machen.