Datum18.07.2026 06:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIm ersten Halbjahr 2024 sind im Nordosten Deutschlands (Mecklenburg-Vorpommern) die Asylanträge deutlich gesunken. Mit 809 Anträgen liegt ein Rückgang von rund 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vor. Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind hierbei nicht berücksichtigt. Als mögliche Gründe werden veränderte Situationen in Herkunftsländern, verschärfte Grenzkontrollen und Zurückweisungen genannt. Bundesweit sind die Anträge ebenfalls rückläufig. Seit Juni 2024 gilt zudem die europäische Asylreform mit verschärften Regeln.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Schutzsuchende“. Lesen Sie jetzt „Deutlich weniger Menschen beantragen Asyl im Nordosten“. Deutlich weniger Menschen als früher haben in der ersten Hälfte dieses Jahres in Mecklenburg-Vorpommern Asyl beantragt. Von Januar bis Juni gingen nach Angaben des Schweriner Innenministeriums 809 Asylerstanträge ein. Das waren rund 35 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025 (1.260). Ein Jahr davor waren es noch 2.464 Anträge gewesen. Die Angaben stammen laut Ministerium aus der Statistik des Bundesamtes für Migration und Geflüchtete. Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine seien nicht enthalten, da sie eine Aufenthaltserlaubnis erhalten würden und keine Asylbewerber seien. Auf die Frage nach den Gründen für den Rückgang verwies das Ministerium darauf, dass eine Bewertung der Zahlen nicht zu den Aufgaben der Migrationsverwaltungen der Länder gehöre. Es scheine aber so, dass insbesondere eine veränderte Situation in Herkunftsländern wie etwa Syrien und Afghanistan sowie verschärfte Grenzkontrollen und Zurückweisungen an den Grenzen die Hauptursachen dafür seien, dass die Zahlen zurückgingen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres beantragten nach Angaben des Bundesinnenministeriums bundesweit genau 39.646 Menschen erstmals Schutz in Deutschland. Im Vorjahr hatte diese Zahl mit 61.336 Asylerstanträgen noch deutlich höher gelegen. Im ersten Halbjahr 2024 waren sogar rund 121.000 Asylerstanträge gestellt worden. Am 12. Juni trat die europäische Asylreform in Kraft. Darüber war jahrelang verhandelt worden. Die EU-Staaten hatten sich in den vergangenen Monaten noch auf zusätzliche verschärfte Regeln geeinigt. Dazu zählt etwa, dass EU-Staaten Menschen einfacher in Drittstaaten abschieben können, zu denen diese keinerlei Verbindung haben. © dpa-infocom, dpa:260718-930-403078/1