Datum17.07.2026 17:00
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn den USA sind über 1600 Menschen an Cyclosporiasis erkrankt, die mit starkem Durchfall einhergeht. Betroffen sei kleingeschnittener Eisbergsalat einer Fast-Food-Kette, der von einem Lieferanten aus Kalifornien stammt. Die Kette hat die Nutzung des Salats von diesem Lieferanten gestoppt. Die tatsächliche Zahl der Infizierten könnte höher liegen, da die Krankheit oft unerkannt bleibt. Bisher gab es keine Todesfälle, aber 141 Krankenhausaufenthalte.
InhaltIn den USA ist ein Parasit im Umlauf, der Tausende Menschen befallen hat und starken Durchfall verursacht. Die Behörden haben Salat von einer bestimmten Fast-Food-Kette im Verdacht. Kleingeschnittener Eisbergsalat steht nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC im Zusammenhang mit der Verbreitung eines Parasiten, der extremen Durchfall verursacht. Untersuchungen der Lebensmittelbehörde FDA hätten einen Lieferanten aus Kalifornien dentifiziert, von dem die Fast-Food-Kette Taco Bell den Salat bezogen hat, teilte das Centers for Disease Control and Prevention (CDC) mit. Das Unternehmen habe sich verpflichtet, keinen Salat mehr von dem Lieferanten zu verwenden. Mehr als 1600 Erkrankte hätten angegeben, in Filialen der Restaurantkette in fünf US-Bundesstaaten gegessen zu haben. "Verzehren Sie keinen kleingeschnittenen Eisbergsalat aus Taco-Bell-Filialen in Indiana, Kentucky, Michigan, Ohio und West Virginia", warnte die Gesundheitsbehörde. Die Lebensmittelbehörde FDA betonte, dass weitere Bundesstaaten hinzukommen könnten. Zuvor hatte die CDC mitgeteilt, dass bei mehr als 1600 Menschen Cyclosporiasis-Infektionen bestätigt worden seien. Weitere 5100 Fälle würden noch untersucht, hieß es zur Wochenmitte. Da die Krankheit häufig unerkannt bleibe oder nicht gemeldet werde, dürfte die tatsächliche Zahl noch deutlich höher liegen. 141 Menschen seien in Krankenhäuser eingeliefert worden, gestorben sei an der Erkrankung bislang niemand, hieß es zuletzt. Laut Joel Barratt, Molekularparasitologe an der Emory School of Medicine in Atlanta (Georgia), könnte die Untersuchung auch deshalb so lange dauern, weil "die Zahl der Mitarbeitenden, die an solchen Ausbrüchen arbeiten, nicht mehr das ist, was sie einmal war", wie er "Nature" sagte. Barratt war acht Jahre lang bei den CDC in Atlanta tätig und leitete dort das Team für Parasitenüberwachung. Er verließ die Behörde vor zehn Monaten, nachdem die Regierung von US-Präsident Donald Trump Beschäftigte entlassen oder sie zum Weggang ermutigt hatte, um den Staatsapparat zu verkleinern. Der Parasit wird nach Angaben der CDC in der Regel nicht von Mensch zu Mensch übertragen, sondern über mit Fäkalien verunreinigte Lebensmittel oder Wasser. Er befällt den Dünndarm und verursacht wässrigen Durchfall mit häufigem, teils sehr heftigem Stuhlgang. Der tritt laut "Nature" auf, weil der Parasit die Darmschleimhaut entzündet. Dadurch werde die Fähigkeit des Körpers gestört, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen, und der Körper spült überschüssige Flüssigkeit über den Darm aus. Meist heilt die Infektion von selbst aus, doch die Erkrankung kann auch Wochen oder sogar Monate andauern und verläuft in einigen Fällen schwer. Cyclosporiasis-Ausbrüche treten in der Regel im Sommer auf.