Datum17.07.2026 16:50
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie irische Schauspielerin Brenda Fricker ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Sie gewann 1990 den Oscar als beste Nebendarstellerin für "Mein linker Fuß". International bekannt wurde sie auch als "Taubenlady" in "Kevin – Allein in New York". In Irland galt sie als eine der angesehensten Schauspielerinnen ihrer Generation. Fricker zog sich 2014 von der Schauspielerei zurück, veröffentlichte aber ihre Memoiren.
InhaltIm Drama "Mein linker Fuß" spielt sie die Mutter des schwerbehinderten Helden, als rätselhafte Taubenfrau hilft sie dem kleinen Kevin. Nun ist die irische Schauspielerin Brenda Fricker gestorben. Sie wurde 81 Jahre alt. Ihre international populärste Rolle war die der gutherzigen Frau mit den Tauben in "Kevin – Allein in New York". In ihrem Heimat Irland gehörte Brenda Fricker zu den "angesehensten Schauspielerinnen ihrer Generation", wie die "Irish Times" schreibt . Jetzt ist die Dublinerin im Alter von 81 Jahren gestorben. Das teilte ihr Agent in einer Stellungnahme der britischen Nachrichtenagentur PA sowie dem Sender RTÉ mit. 1990 war Fricker für ihren Auftritt in dem Drama "Mein linker Fuß" als erste irische Schauspielerin mit dem Oscar für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet worden. RTÉ erinnerte am Freitag an ihre Dankesrede, in der sie die Auszeichnung "allen Menschen in Irland" widmete. Daniel Day-Lewis spielte in der Verfilmung des autobiografischen Romans von Christy Brown den schwerstbehinderten Jungen, an den anfangs nur seine Mutter glaubt – gespielt von Brenda Fricker. Insbesondere auch in Deutschland bekannt wurde Fricker durch eine andere Nebenrolle: Im Nachfolgefilm zu "Kevin – Allein zu Haus" begegnete der von Macaulay Culkin verkörperte Kevin der mutmaßlich obdachlosen "Taubenlady" im Park – zunächst ein Schreckmoment, anschließend werden die beiden aber Freunde. In Großbritannien lernte das Publikum Brenda Fricker als Krankenschwester in der Dramaserie "Casualty" kennen, in der sie in über 60 Folgen zu sehen war. Nach ihrem Oscar-Triumph beeindruckte sie als Charakterdarstellerin auch in Filmen wie "Das Feld" (1990) oder neben Olympia Dukakis als Teil eines betagten lesbischen Paares im Roadmovie "Cloudburst" (2011). 2014 verkündete Fricker ihren Rückzug von der Schauspielerei, spielte aber nach sechs Jahren Pause doch wieder. Zuletzt hatte Fricker ihre Memoiren mit dem Titel "She Died Young" veröffentlicht. Darin berichtete sie von sexuellem Missbrauch als Kind, mehreren Vergewaltigungen – und ihrer Liebe zur Reality-TV-Show "The Real Housewives of Beverly Hills". Anfang des Jahres hatte die Stadt Dublin angekündigt, ihr die Auszeichnung "Freedom of the City of Dublin" zu verleihen. Von den Dreharbeiten zu "Kevin – Allein in New York" bleiben ihr vor allem zwei Dinge in Erinnerung, so erzählte sie es 2025 dem "Guardian" : Dass sie am Ende jedes Drehtages mit Taubenkot besudelt war. Das Filmteam war im New Yorker Plaza Hotel untergebracht. Eines Abends sei sie Donald Trump begegnet – er spielte sich selbst in einer Szene des Films: "Es war, als wäre ich in einen Schweinestall gesprungen, aber er war sehr höflich dabei", so Fricker: "Er sagte nur: ›Wie läuft's?‹"