Datum17.07.2026 14:30
Quellewww.spiegel.de
TLDREin umstrittener Handelfmeter in der Nachspielzeit führte zur Niederlage der Hamrun Spartans gegen NSI Runavik in der Conference League und zu Tumulten. Der luxemburgische Schiedsrichter verhängte den Elfmeter, obwohl der Ball laut maltesischer Darstellung bereits im Toraus war. Nach der 2:1-Niederlage und dem Ausscheiden benötigte das Schiedsrichtergespann Polizeischutz. Die Heimmannschaft warf dem Unparteiischen grobe Fehler vor.
InhaltZwischen den Hamrun Spartans aus Malta und NSI Runavik aus Faröer steht es 1:1, als der Schiedsrichter einen umstrittenen Strafstoß verhängt. Die Malteser verpassen den Europapokal, es kommt zu Tumulten. Ein umstrittener Handelfmeter hat in der Qualifikation zur Conference League zu Tumulten geführt. Beim Erstrunden-Rückspiel zwischen den Hamrun Spartans aus Malta und dem färingischen Klub NSI Runavik zeigte Schiedsrichter Jérémy Müller (Luxemburg) in der Nachspielzeit auf den Punkt, nachdem Hamruns Kapitän Emerson den Ball zum Abstoß bereitgelegt hatte. Das Spiel war noch nicht unterbrochen gewesen, obwohl der Ball nach Ansicht der Gastgeber zuvor im Toraus war. Petur Knudsen verwandelte den Strafstoß (90.+4) allen Protesten zum Trotz zum 2:1 (1:0)-Siegtreffer für die Gäste, die nach dem 1:1 im Hinspiel in die zweite Runde einzogen. Emerson ließ sich nach dem Elfmeter unter Tränen auswechseln, nach dem Schlusspfiff bestürmten Spieler und Offizielle der Spartans das Unparteiischen-Gespann. Die offizielle Uefa-Statistik weist drei Rote Karten aus, die Schiedsrichter mussten unter Polizeischutz vom Platz eskortiert werden. Nach Angaben des Klubs aus Runavik mussten Spieler, Betreuer und Fans von NSI nach dem Spiel im Stadion ausharren, da heimische Anhänger den Mannschaftsbus umstellten. Zusätzliche Polizeikräfte seien angefordert worden, nach geraumer Zeit habe die Reisegruppe schließlich in den Bus steigen und zum Hotel fahren können. TV-Bilder scheinen die Sicht der Malteser zu bekräftigen, dass der Ball vor dem Elfmeter-Pfiff im Toraus gewesen war, ehe ihn Runaviks Tobias Hestad zurück ins Feld beförderte. "Das ist inakzeptabel", schimpfte Spartans Clubchef Marcel Bonnici bei MaltaSport, "auf diesem Niveau erwartet man eine gute Schiedsrichter-Leistung." Es sei "unglaublich" gewesen, dass der Linienrichter seine Fahne nicht gehoben habe. Schon das Hinspiel verlief aus Spartans-Sicht unglücklich. Die Anreise auf die Schafsinseln hatte sich wegen Nebels verzögert, schließlich war eine zusätzliche Übernachtung in Oslo notwendig geworden. Runavik darf sich jetzt auf ein Duell mit dem slowenischen Verein FC Koper freuen.