ZDF: DJV kritisiert Auftrittsverbot für Danger Dan und Igor Levit

Datum17.07.2026 13:05

Quellewww.zeit.de

TLDRDer DJV kritisiert das ZDF scharf für das Auftrittsverbot von Danger Dan und Igor Levit in "Die Anstalt". Der Verband sieht darin einen Eingriff in die redaktionelle Freiheit und ein "Durchregieren" der Intendanz. Die Entscheidung, ob das Lied "Keine Angst" ausgestrahlt wird, liege allein bei der Redaktion. Das ZDF begründet das Verbot mit der Sorge, das Lied könnte als Gewaltaufruf missverstanden werden, was Danger Dan bestreitet.

InhaltDer Journalisten-Verband verurteilt ein "Durchregieren" der ZDF-Intendanz. Ob "Keine Angst" gespielt werden sollte oder nicht, dürfe allein die Redaktion entscheiden. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisiert das ZDF für das Auftrittsverbot von Danger Dan und Igor Levit in der Satiresendung Die Anstalt. Die Ausladung der beiden Musiker durch die ZDF-Intendanz sei ein schwerwiegender Eingriff in die redaktionelle Freiheit, heißt es in einer Pressemitteilung. "Ob das Lied ausgestrahlt werden sollte oder nicht, entscheidet die Redaktion und niemand sonst", ließ sich der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster zitieren. Ein "Durchregieren des Intendanten in redaktionelle Belange" verstoße gegen die innere Pressefreiheit. Das Veto sei umso unverständlicher, da die Rechtsabteilung des ZDF der Süddeutschen Zeitung zufolge zunächst grünes Licht für die Übertragung des Liedes gegeben habe. Daniel Pongratz, wie Danger Dan mit bürgerlichem Namen heißt, und Igor Levit hätten eigentlich in der 100. Folge der Anstalt, die kommenden Dienstagabend ausgestrahlt wird, den Song Keine Angst aufführen sollen. In dem Lied, das in der Nacht von Donnerstag auf Freitag veröffentlicht wurde, gibt Danger Dan eine Art Anleitung für Widerstand gegen Rechtsextremismus. Das ZDF ist nach eigenen Angaben der Ansicht, dass das Lied als "Aufruf zu Gewalt" verstanden werden könnte. Auf welche Teile sich der Sender damit konkret bezog, teilte das ZDF nicht mit. Im Interview mit dem Spiegel widerspricht Danger Dan dem Vorwurf des ZDF: "Nichts von dem, was ich da erzähle, ist illegal", sagt er. Auf die Frage, ob er in Fällen, in denen Rechtsextreme selbst Gewalt ausüben, linke Gewalt befürworte, sagte der Musiker, dass der Staat im Kampf gegen Neonazi-Gruppen versage. "Ich glaube, es ist wichtig, sich solchen Leuten in den Weg zu stellen. Und wenn man das tut, sollte man darauf vorbereitet sein, dass sie irgendwann kommen."