Datum17.07.2026 11:56
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Axel-Springer-Verlag verleiht 2026 den Axel-Springer-Award an den Investor Peter Thiel. Gewürdigt werden seine Verdienste um die Schaffung und Veränderung von Märkten sowie sein Einfluss auf Debatten. Thiel gilt als einflussreichster Unternehmer und Investor der digitalen Ära, der maßgeblich PayPal und Facebook mitgestaltete. Gleichzeitig ist er eine umstrittene Persönlichkeit des Silicon Valley, bekannt für seine politischen Ansichten und die Unterstützung von Donald Trump. Sein Unternehmen Palantir, das Überwachungssoftware entwickelt, ist ebenfalls umstritten.
InhaltWohl kaum eine Persönlichkeit des Silicon Valley polarisiert so wie der Investor Peter Thiel. Der Springer-Konzern konzentriert sich auf eine Seite – und verleiht ihm einen Preis. Der Axel-Springer-Verlag zeichnet den Unternehmer und Investor Peter Thiel mit dem Axel Springer Award 2026 aus. Mit der Ehrung würdigt der Verlag nach eigenen Worten "eine Persönlichkeit, die in außergewöhnlicher Weise neue Märkte geschaffen, bestehende Märkte verändert und die technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten unserer Zeit nachhaltig geprägt hat". Peter Thiel gehöre zu den einflussreichsten Unternehmern und Investoren der digitalen Ära, heißt es in der Begründung weiter. Als Mitgründer von PayPal habe er entscheidend dazu beigetragen, das Fundament für den globalen digitalen Zahlungsverkehr zu legen. Als erster externer Investor von Facebook habe er früh "das transformative Potenzial sozialer Netzwerke" erkannt. Über seinen Founders Fund unterstütze er zahlreiche Unternehmen, deren Innovationen heute ganze Branchen prägten – von künstlicher Intelligenz über Biotechnologie bis zur Raumfahrt. Thiel gilt als eine der umstrittensten Figuren des Silicon Valley. Er macht aus seiner Sympathie für US-Präsident Donald Trump keinen Hehl und gilt als Förderer von Vizepräsident JD Vance, der einst für einen Fonds Thiels gearbeitet hat. Beobachter vermuten, dass Thiels politische Ansichten sogar noch radikaler sind als die der aktuellen US-Regierung. Peter Thiel hatte in der Vergangenheit wiederholt durch seine Haltung zu den liberalen Demokratien westlicher Staaten für Aufsehen gesorgt. Bereits 2009 schrieb er, dass er nicht mehr daran glaube, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar seien. In Donald Trumps erster Amtszeit wirkte er offiziell als dessen Berater. Auch der Softwarekonzern Palantir, zu dessen Mitgründern er gehört, ist extrem umstritten. Kritiker wenden ein, dass die von Palantir entwickelte Überwachungssoftware autoritären Regierungen helfen kann, Regimegegner in Schach zu halten. Aus Sicht des Springe-Konzerns ist Palantir jedoch "eines der wertvollsten und für die Resilienz von Demokratien wichtigsten Unternehmen unserer Zeit."