Datum17.07.2026 11:32
Quellewww.zeit.de
TLDRDas anhaltende Trockenwetter führt zu Niedrigwasser auf der Donau. Güterschiffe können aufgrund des geringen Wasserstands nur einen Bruchteil ihrer regulären Ladung transportieren, um nicht auf Grund zu laufen. Der nicht ausgebaute Donauabschnitt zwischen Straubing und Vilshofen stellt ein besonderes Nadelöhr dar. Reedereien passen Beladung und Routen an, um wichtige Güter weiterhin zu befördern und die Umweltvorteile der Binnenschifffahrt zu nutzen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Trockenheit“. Lesen Sie jetzt „Niedrigwasser bremst Güterschifffahrt aus“. Güterschiffe sind auf der Donau zurzeit mit deutlich weniger Ladung unterwegs. Wegen des Niedrigwassers müssen die Schiffe leichter sein, um nicht auf Grund zu laufen. Manche Güterschiffe mit einem regulären Fassungsvermögen von 2000 Tonnen könnten aktuell nur 300 bis 500 Tonnen laden, sagte eine Sprecherin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Donau MDK in Nürnberg. Die übrige Fracht werde in Häfen zwischengelagert. Auf dem Main, dem Main-Donau-Kanal (MDK) und den ausgebauten Teilen der Donau werde der Wasserstand durch Staustufen reguliert, erläuterte die Sprecherin. Zum Nadelöhr für die Güterschifffahrt wird insofern der nicht ausgebaute Donauabschnitt zwischen Straubing und Vilshofen. Schiffe müssen ihren Tiefgang täglich aktuell dem jeweiligen Wasserstand anpassen. Für Leichterungen, also das Abladen von Gütern, stünden in den Standorten Regensburg und Passau der Bayernhafen-Gruppe Umschlag- und Lagerkapazitäten zur Verfügung, sagte eine Sprecherin. Neben Regensburg und Passau gehören Bayernhafen die Binnenhäfen Aschaffenburg am Main, Bamberg, Nürnberg und Roth am Main-Donau-Kanal. Auch wenn dort, wie an der ausgebauten Donau, eine Mindest-Fahrrinnentiefe lange gewährleistet werden könne, mache sich der aktuell niedrige Wasserstand des Rheins bemerkbar. Denn Schiffe in Richtung Rhein und Nordseehäfen könnten weniger Ladung aufnehmen als sonst beziehungsweise kämen mit weniger Ladung vom Rhein an. Die Reedereien MSG Würzburg und Bavaria Stockstadt verwiesen auf die Bedeutung der Binnenschifffahrt für das Klima: Binnenschiffe verursachten pro transportierter Tonne weniger Emissionen als Lastwagen, entlasteten Straßen und reduzierten Luftschadstoffe, teilten sie mit. "Wir passen Beladung, Routen und Fahrpläne laufend an die eingeschränkte Schiffbarkeit an und halten Transporte von Agrarprodukten, Baustoffen, Stahl und weiteren Gütern bestmöglich aufrecht", sagte MSG-Vorsitzender Martin Staats. Infolge des über Wochen trockenen Wetters führen viele Flüsse in Bayern wenig Wasser. Der Niedrigwasser-Informationsdienst des Landesamts für Umwelt wies insbesondere für die Donau zuletzt sehr niedrige Wasserstände aus. © dpa-infocom, dpa:260717-930-399217/1