Deutsch-französischer Verteidigungsrat: Merz und Macron wollen nukleare Partnerschaft ausbauen

Datum17.07.2026 11:28

Quellewww.zeit.de

TLDRBundeskanzler Merz und Präsident Macron wollen die deutsch-französische nukleare Partnerschaft ausbauen. Deutschland soll erstmals an einer französischen Nuklearübung teilnehmen. Die Kooperation ergänzt und stärkt die NATO-Abschreckung. Mögliche gemeinsame Militäreinsätze, etwa am Horn von Afrika, waren ebenfalls Thema. Die Gespräche finden auf dem Militärflugplatz Nörvenich statt und sind die ersten seit dem Scheitern des FCAS-Kampfjets.

InhaltAuf dem Fliegerhorst Nörvenich hat Bundeskanzler Merz den französischen Präsidenten empfangen. Bei den Gesprächen dürfte es auch um einen möglichen Hormus-Einsatz gehen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollen die deutsch-französische Kooperation bei der nuklearen Abschreckung weiter vorantreiben. In einer Wartungshalle auf dem Militärflugplatz Nörvenich bei Köln kam unter ihrer Leitung der deutsch-französische Verteidigungs- und Sicherheitsrat zusammen, um die erstmalige Beteiligung Deutschlands an einer französischen Nuklearübung zu beschließen. An der Beratung nehmen auch die Außen- und Verteidigungsminister beider Länder teil. Es sind die ersten Beratungen seit dem Scheitern des von Deutschland und Frankreich gemeinsam geplanten FCAS-Kampfjets. Französische Rafale- und deutsche Eurofighter-Kampfjets hatten bereits am Donnerstag an einer kleinen Übung teilgenommen, um den praktischen Beginn der Nuklearkooperation zu markieren. Macron hatte europäischen Partnern bereits vor Jahren angeboten, unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs zu kommen.  Neben Großbritannien ist Frankreich das einzige westeuropäische Land, das über Atomwaffen verfügt. In Deutschland sind derzeit US-Atomwaffen als Teil der nuklearen Abschreckung der Nato stationiert, für deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr Kampfjets bereitstellt. Die Kooperation mit Frankreich soll die Nato-Abschreckung ergänzen und stärken.  Teil der Gespräche im Sicherheits- und Verteidigungsrat sollen auch mögliche gemeinsame militärische Einsätze sein. Frankreich wirbt seit Langem für internationale Militäreinsätze im Fall eines Waffenstillstands in der Ukraine und an der Straße von Hormus. Deutschland zeigte sich zuletzt bereit, sich zu beteiligen, sobald die notwendigen Bedingungen erfüllt seien. Doch ein Ende der Kämpfe ist in beiden Fällen nicht absehbar. Am Nachmittag sollen Konsultationen im deutsch-französischen Ministerrat folgen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.