ZDF stellt »Ein Fall für zwei« nach 46 Jahren ein

Datum17.07.2026 09:12

Quellewww.spiegel.de

TLDRDas ZDF stellt nach 46 Jahren die Krimiserie "Ein Fall für zwei" ein. Die letzte Staffel wird 2027 ausgestrahlt, gefolgt von einem Spielfilm. Die Serie, die seit 1981 mit wechselnden Besetzungen lief, prägte den ZDF-Freitagskrimi maßgeblich. Das ZDF plant, den Freitagskrimi mit weniger, dafür aber stärker fokussierten Formaten fortzuführen. Hauptdarsteller Wanja Mues und Antoine Monot bedauern das Ende, freuen sich aber auf den abschließenden Spielfilm.

InhaltRaubein Matula war schon länger weg. Doch nun wird die Serie "EIn Fall für zwei" ganz eingestellt. Eine letzte Staffel 2027 und einen Spielfilm mit dem Anwalt-Detektiv-Duo will das ZDF noch zeigen, dann ist Schluss. Nach fast fünf Jahrzehnten: Das ZDF stellt seine traditionsreiche Freitagskrimi-Serie "Ein Fall für zwei" ein. Die letzte Staffel (4 Episoden) soll im kommenden Jahr ausgestrahlt werden, wie es von dem öffentlich-rechtlichen Sender in Mainz heißt. Anschließend werde ein 90-minütiger Spielfilm, der 2027 gedreht werden soll, "die Geschichte zu einem würdigen Abschluss führen". Das Format gibt es mit wechselnden Besetzungen seit 1981. In der Buddy-Krimiserie "Ein Fall für zwei" spielt Wanja Mues den Privatdetektiv Leo Oswald und Antoine Monot den Rechtsanwalt Benni Hornberg. Die beiden sind recht gegensätzlich, aber dennoch ziemlich beste Freunde. Privatdetektiv Oswald ist stets im Auftrag von Anwalt Hornberg im Einsatz. Schon im September kommt die vorletzte, zwölfte Staffel des aktuellen Teams, das seit 2014 im Einsatz ist, ins ZDF-Programm – bevor dann nächstes Jahr die 13. Staffel und das Ende nahen. "Ein Fall für zwei‹ hat den ZDF-Freitagskrimi über mehr als vier Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt und Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern begleitet. Umso schwerer fällt nach reiflicher Überlegung die Entscheidung, die Reihe zu beenden", teilt das ZDF mit. Das Format des Freitagskrimis soll es "mit einer stärkeren Fokussierung auf wenige Formate" weiterhin geben. Zum Freitagskrimi gehörten einst Serien wie "Der Kommissar" und "Derrick", aber auch "Siska" und "Der Staatsanwalt". Bis heute und seit 1977 gibt es die in München spielende Serie "Der Alte" (mit Darstellern wie Siegfried Lowitz, Rolf Schimpf, Walter Kreye, Jan-Gregor Kremp und Thomas Heinze). Seit 2012 wird die ebenfalls in München spielende Krimiserie "Die Chefin" mit Katharina Böhm als Vera Lanz ausgestrahlt. Aktuell und erst seit Anfang 2026 gibt es etwa die im Dreiländereck am Bodensee spielende Serie "Mordufer" mit Franziska Weisz und Maria Wördemann - die Reihe zeigt Ermittlungsarbeit von Kripo und Zoll. Die neue Serie soll den Freitagskrimi und "das bislang vorherrschend urbane Krimiangebot" des ZDF "um eine landschaftlich geprägte Facette" erweitern. Zum Ende von "Ein Fall für zwei" lässt sich Hauptdarsteller Wanja Mues bedauernd zitieren: "Ein großes Kapitel deutscher Fernsehgeschichte findet sein Ende. Das tut mir leid für die vielen Millionen treuer Fans, die uns am Freitagabend regelmäßig begleitet haben. Jetzt ist Zeit für neue Abenteuer, und ich freue mich schon auf alles, was da kommt." Antoine Monot sagte demnach: "Unser ganz persönlicher "Fall für Mues und Monot" ist noch lange nicht vorbei: Wir stehen gemeinsam mit dem Live-Hörspiel Pater Brown auf der Bühne und drehen 2027 den 90-Minüter "Ein Fall für zwei", der dann als Abschluss im ZDF ausgestrahlt wird. Darauf freuen wir uns." Die erste "Ein Fall für zwei"-Folge wurde am 11. September 1981 ausgestrahlt. In "Die große Schwester" war der spätere Privatdetektiv Josef Matula (Claus Theo Gärtner) noch als Frankfurter Polizeibeamter zu sehen, der bei einer Aussage vor Gericht auf seinen späteren Partner, Rechtsanwalt Dieter Renz (Günter Strack), trifft. Ebenjener Matula prägte die Freitagabend-Krimiserie wie kein Zweiter – das zerfurchte Gesicht, die tiefe Stimme, Lederjacke und Zigarettennebel zählten zu seinen Markenzeichen. Gärtner alias Matula war mehr als drei Jahrzehnte dabei, während die Anwälte, die ihm die Ermittleraufträge zuschanzten, immer wieder wechselten. Auf Strack folgten die Schauspieler Rainer Hunold, Mathias Herrmann und Paul Frielinghaus. Mit Gärtners Ausscheiden nach 300 Folgen im Jahr 2013 ging dann eine ganze Ära zu Ende. 2014 wurde das Format wiederbelebt. Das ZDF sprach trotz desselben Titels von einer "vollkommen neue Serie". Der Relaunch bediente sich zwar der Grundkonstellation eines Privatdetektivs und eines Anwalts, des gleichen Spielorts Frankfurt am Main, aber sowohl die Geschichten als auch die Figuren waren neu und ohne Bezug auf die Vorgänger. Auch in der Popkultur hat die Serie Spuren hinterlassen: Einer der Rapper des Trios Fettes Brot gab sich den Künstlernamen Dokter Renz nach Günter Stracks Anwaltfigur. Und die Hamburger Band Superpunk setzte dem Privatdetektiv im Lied "Matula, hau mich raus " ein Denkmal.