Datum17.07.2026 07:24
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Flächenbrand im Müritz-Nationalpark, der seit Montag wütet und über 320 Hektar Wald zerstört hat, wird durch alte Munition auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz erschwert. Die Bundeswehr unterstützt mit Hubschraubern. Trotz starkem Wind und Detonationen kämpfen rund 400 Einsatzkräfte gegen die Ausbreitung. Eine Evakuierung bleibt bestehen.
InhaltÜber 300 Hektar des Müritz-Nationalpark brennen, die Bundeswehr unterstützt bei den Löscharbeiten. Doch die erweisen sich wegen alter Munition im Boden als schwierig. Im Müritz-Nationalpark kämpfen die Einsatzkräfte weiter gegen den Flächenbrand auf dem Gebiet eines früheren Truppenübungsplatzes. Zuletzt lag die Ausdehnung bei etwa 360 Hektar, wie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mitteilte. Das zuständige Landesministerium sprach am Donnerstag von rund 320 Hektar Waldfläche, die betroffen sei. Die Lage bleibe dynamisch. Der Einsatz der Bundeswehrhubschrauber sei effektiv, so der Landkreis. Es seien im Tagesverlauf wieder Hubschrauber vor Ort und unterstützen. Gegen 10.30 Uhr gehe der Einsatz weiter. Gemeldet wurde der Brand am Montag. Seitdem läuft der Einsatz. Am Donnerstag waren den Angaben nach rund 400 Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung dabei. Es wurde auf Gewitterregen am nächsten Tag gehofft. Der starke Wind hatte zuletzt die Ausbreitung des Feuers beschleunigt. Die Flammen breiten sich vor allem nach Süden und Osten aus. Die Evakuierung des Ortsteils Granzin bleibe bestehen, teilte der Landkreis am Abend mit. Der Dambecker See, der Granziner See, der Käbelicksee und der Priesterbäker See dienten den Bundeswehrhubschraubern als Wasserentnahmestellen. Nach Angaben des Munitionsbergungsdienstes gelten in Mecklenburg-Vorpommern rund 60.000 Hektar Wald als munitionsbelastet. Das sind etwa zehn Prozent der gesamten Waldfläche. Davon entfallen rund 28.400 Hektar auf die höchste Gefährdungskategorie 4, worunter auch panzerbrechende Munition zählt. Auf dem Gelände waren immer wieder starke Detonationen zu hören. "Da große Teile des Gebietes nicht betreten werden können, müssen wir uns auf einen langwierigen Einsatz einstellen", sagte der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller (CDU). "Der Schutz der Bevölkerung und der Einsatzkräfte hat für uns oberste Priorität", teilte Landesagrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) bei einer Pressekonferenz mit. "Solange die Lage dynamisch bleibt, werden wir alle notwendigen Maßnahmen treffen, um Gefahren frühzeitig abzuwenden." Die Einsatzkräfte leisteten seit Tagen unter schwierigsten Bedingungen Außergewöhnliches. "Dafür verdienen sie unseren größten Respekt", so Backhaus. Rund 80 Prozent der Einsatzkräfte engagierten sich ehrenamtlich.