Datum17.07.2026 03:58
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Polizei Sachsen-Anhalt setzt vermehrt Drohnen ein, etwa zur Personensuche und Unfallanalyse. 144 Polizisten sind als Drohnenpiloten ausgebildet und nutzen verschiedene Modelle für vielfältige Einsätze. Die Beschaffung neuer Geräte gestaltet sich langwierig. Kritiker fordern schnellere, unbürokratischere Prozesse und mehr Personal, auch von externen Experten, zur besseren Deckung des Bedarfs.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „144 ausgebildete Piloten“. Lesen Sie jetzt „So nutzt die Polizei Drohnen in Sachsen-Anhalt“. Eine Person wird im Wald vermisst, ein Verkehrsunfall von oben begutachtet, eine Durchsuchung aus der Luft begleitet - Drohnen kommen bei der Polizei in Sachsen-Anhalt mittlerweile regelmäßig zum Einsatz. Inzwischen gibt es in der Landespolizei 144 ausgebildete Drohnenpiloten, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte. In den Polizeiinspektionen Magdeburg, Halle, Stendal und Dessau-Roßlau sowie der Polizeiinspektion Zentrale Dienste und dem Landeskriminalamt wird insgesamt eine zweistellige Anzahl an Drohnen verwendet. Es gibt kleinere Modelle, die etwa bei Brandermittlungen oder für Polizeiübungen gebraucht werden. Größere Drohnen werden unter anderem für Personensuchen genutzt. Sie sind häufig mit guten Kameras und Wärmebildfunktion versehen. Einige verfügen auch über Lautsprecher, über die man etwa einen gestürzten Wanderer informieren kann, dass Hilfe unterwegs ist. Die Beschaffung neuer Drohnen dauert allerdings häufig mehrere Monate. Hintergrund seien unter anderem lange Lieferfristen der Auftragnehmer, heißt es dazu von der Polizei. Grünen-Innenexperte Sebastian Striegel sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Beschaffung müsse angesichts der Innovationszyklen in diesem Bereich schneller und unbürokratischer erfolgen. "Dafür braucht es vor allem Personal in der Polizeiverwaltung. Der pauschale Einstellungsstopp des Finanzministers ist hier eine Katastrophe", so Striegel. Ein Polizei-Drohnenteam besteht im Einsatz in der Regel aus zwei Personen, einem Piloten und einem Beobachter, der die Kameratechnik bedient. Die Aufteilung der Aufgaben hilft etwa bei der Begleitung von größeren Menschenansammlungen, zum Beispiel bei Fußballspielen. "Sachsen-Anhalt braucht mehr Personal zum Einsatz von Drohnen und bei der Drohnenabwehr. Dafür müssen auch die Rekrutierungsprozesse auf den Prüfstand", sagte Striegel. Statt ausschließlich Polizeivollzugsbedienstete einzusetzen, sollten verstärkt auch externe Experten gewonnen werden. "So kann der spezialisierte Personalbedarf besser gedeckt werden." © dpa-infocom, dpa:260717-930-397324/1