WM 2026: Falklandinseln fordern Strafe für argentinisches Banner auf dem Rasen

Datum17.07.2026 03:24

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Regierung der Falklandinseln fordert die Fifa auf, gegen Argentiniens Fußballer vorzugehen, die nach einem WM-Sieg ein Banner mit der Aufschrift "Las Malvinas son Argentinas" zeigten. Dies wird als politische Provokation angesehen. Großbritannien verlangt ebenfalls eine Untersuchung. Die Fifa prüft den Vorfall gemäß ihrer Regeln gegen politische Botschaften im Sport. Der Artikel erwähnt den historischen Falklandkrieg von 1982, der die territorialen Streitigkeiten zwischen beiden Ländern verdeutlicht.

InhaltMit einer klaren politischen Botschaft haben Argentiniens Fußballer den Sieg gegen England gefeiert – und damit provoziert. Auf den Falklandinseln kommt das gar nicht gut an. Schreitet nun die Fifa ein? Die Regierung der Falklandinseln hat den Fußball-Weltverband Fifa nach der politischen Provokation durch argentinische Spieler im WM-Halbfinale zum Handeln aufgerufen. "Wir hoffen, dass die Fifa ihr Versprechen einlöst, die Politik aus dem Sport herauszuhalten, und jegliches Verhalten dieser Art gemäß ihrer eigenen Regeln ahndet", hieß es in einer Mitteilung. Argentinische Spieler hatten nach dem 2:1 gegen England in Atlanta  auf dem Platz ein Banner mit der Aufschrift "Las Malvinas son Argentinas" ("Die Falklandinseln sind argentinisch") gezeigt (mehr dazu hier). In dem Statement erklärte die Regierung der Falklandinseln, dass sie enttäuscht, aber nicht überrascht über das Verhalten des argentinischen Teams sei. Das Parlament der Inselgruppe im Südatlantik wendete sich zudem in einem öffentlichen Brief an das Disziplinarkomitee der Fifa. Zuvor hatte bereits die britische Regierung erklärt, dass sie vom Weltverband eine Untersuchung verlange. Die Fifa verbietet Spielern und Offiziellen rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Deshalb droht dem argentinischen Team nun Ärger. "Wie üblich prüft die unabhängige Disziplinarkommission der Fifa derzeit die Spielberichte und wägt die relevanten Umstände ab, bevor sie auf der Grundlage der Fifa-Disziplinarordnung über mögliche weitere Schritte entscheidet", teilte ein Fifa-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Großbritannien und Argentinien hatten im Falklandkrieg 1982 einen bewaffneten Konflikt mit Hunderten Toten über die Kontrolle der Inselgruppe ausgetragen. Dem britischen Militär gelang es damals, die argentinischen Angreifer von dem dünn besiedelten Überseegebiet zu vertreiben. Die Niederlage beschleunigte den Fall der Militärregierung in dem Land. Schlichtungs- und Vermittlungsversuche der Vereinten Nationen und der USA scheiterten. Der Krieg endete erst, als Argentinien nach 74 Tagen kapitulierte. Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet. Erst 1989 nahmen Argentinien und Großbritannien wieder diplomatische Beziehungen auf. Bis heute hat Buenos Aires seine Ansprüche auf die in Argentinien als Las Malvinas bezeichnete Inselgruppe nicht aufgegeben.