Datum17.07.2026 01:05
Quellewww.zeit.de
TLDRDonald Trumps Truth Social plant einen kostenpflichtigen Dienst. Wall-Street-Firmen erhalten Trumps Beiträge auf der Plattform einige Millisekunden früher. Kritiker bezeichnen dies als "dreiste Korruption" und unangemessene Ausnutzung staatlicher Macht zur persönlichen Bereicherung. Trump selbst hat mit den Kryptogeschäften seiner Familie im letzten Jahr über eine Milliarde Dollar eingenommen. Er bestreitet Interessenkonflikte, da sein Vermögen von einem Fonds verwaltet werde.
InhaltWall-Street-Firmen sollen Donald Trumps Beiträge auf Truth Social künftig früher lesen können – und davon finanziell profitieren. Kritiker beklagen "dreiste Korruption". Das Medienunternehmen von US-Präsident Donald Trump plant einen kostenpflichtigen Hochgeschwindigkeitszugang zu Beiträgen auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, soll der neue Dienst Wall-Street-Handelsfirmen und anderen Institutionen ermöglichen, Beiträge einige Millisekunden früher zu erhalten. Der mit Abstand bekannteste Nutzer von Truth Social ist Trump selbst. Kunden von Truth Social könnten damit Trumps Beiträge früher erhalten, die regelmäßig Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Sie könnten dadurch von anschließenden Kursbewegungen bei Aktien, Anleihen und Zinssätzen profitieren. "Er verkauft beschleunigten, privilegierten Zugang zu Informationen darüber, was er als Präsident tut", sagte Kathleen Clark, Professorin an der Washington University School of Law und Expertin für Regeln zu Interessenkonflikten in der Regierung. "Das ist eine weitere dreiste Form der Korruption – eine unangemessene Ausnutzung staatlicher Macht, um sich selbst zu bereichern." Das Unternehmen der Trump-Familie wollte sich nicht dazu äußern, ob mit der neuen Funktion von Trumps Präsidentschaft profitiert werden soll. Trump hatte im vergangenen Jahr Einnahmen von mehr als einer Milliarde Dollar erzielt – vorwiegend aus den Kryptogeschäften seiner Familie. Dies ging aus seiner jährlichen Finanzerklärung für das US-Büro für Regierungsethik hervor. Trump verteidigte die Geschäfte: Einen Interessenkonflikt könne es nicht geben, weil er sich nicht persönlich um sein Vermögen kümmere, das von einem Fonds verwaltet werde.