USA: Mehrheit der Amerikaner sieht laut Umfrage keine Aufstiegschancen mehr

Datum16.07.2026 23:17

Quellewww.spiegel.de

TLDREine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Amerikaner nicht mehr an den sozialen Aufstieg glaubt. Nur 40% sehen Verbesserungschancen, ein starker Rückgang seit 2000. Gestiegene Lebenshaltungskosten, insbesondere Lebensmittelpreise, sowie eine negative Einschätzung von Trumps Wirtschaftspolitik und Amtsführung beeinträchtigen die Stimmung. Nur 37% der Befragten sind mit Präsident Trump zufrieden. Die Ergebnisse fallen kurz vor den Kongresswahlen ungünstig für die Republikaner aus.

InhaltWenige Monate vor den Kongresswahlen zeichnet eine neue Umfrage ein düsteres Stimmungsbild: Viele US-Bürger glauben nicht mehr an den sozialen Aufstieg – und gehen mit Präsident Donald Trump hart ins Gericht. Der Glaube an den amerikanischen Traum bröckelt weiter: 59 Prozent der US-Amerikaner meinen, dass Menschen wie sie und ihre Familien keine echte Chance haben, ihren Lebensstandard zu verbessern. Nur 40 Prozent glauben noch daran. Das geht aus einer Umfrage der "Washington Post" und des Instituts Ipsos hervor.  Dieser Pessimismus setzt einen lang anhaltenden Trend fort. Bei einer vergleichbaren Erhebung im Jahr 2000 glaubten noch 77 Prozent an gute Aufstiegschancen, 2018 waren es 65 Prozent. Nach Ausbruch der Coronapandemie sank dieser Wert erstmals unter die 50-Prozent-Marke. Getrieben wird die Stimmung vor allem von den gestiegenen Lebenshaltungskosten. Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) bezeichnen die Preise für Lebensmittel als "nicht bezahlbar". 43 Prozent sagen, sie stünden finanziell schlechter da als zu Beginn von Trumps Amtszeit im Januar 2025; nur 17 Prozent geben an, es gehe ihnen unter Trump besser als zuvor. Für das kommende Jahr erwarten 48 Prozent eine schlechtere Wirtschaftslage. In der Studie wurde auch die Zufriedenheit mit dem US-Präsidenten abgefragt. Trumps Zustimmungswert liegt demnach bei nur 37 Prozent, 61 Prozent sind mit seiner Amtsführung unzufrieden. Besonders schlecht bewertet wird seine Wirtschaftspolitik: Nur 33 Prozent billigen sie, 65 Prozent lehnen sie ab. Nach dem von Trump gefeierten Steuer- und Ausgabengesetz ("One Big Beautiful Bill Act") spüren die wenigsten eine Entlastung – lediglich 19 Prozent glauben, dadurch weniger Steuern zu zahlen. Auch die Zustimmung zu Trumps Iranpolitik sinkt: 69 Prozent blicken negativ auf die Situation am Golf, während 29 Prozent Trumps Kurs positiv gegenüberstehen – Ende April waren es noch 33 Prozent. Die Zahlen fallen in eine heikle Phase: Am 3. November stehen in den USA Zwischenwahlen an, bei denen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und etwa ein Drittel der 100 Senatssitze neu vergeben werden. Die sogenannten "Midterms" fallen traditionell auf die Hälfte der Amtszeit des amtierenden Präsidenten und gelten deshalb als wichtiger Stimmungstest. Für Trumps Republikaner stehen die Vorzeichen derzeit schlecht: In den Umfragen zur bundesweiten Sonntagsfrage  für den Kongress liegen die Demokraten meist vorn.