Datum16.07.2026 21:40
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Mitarbeiter des Weißen Hauses, der für Donald Trumps Teleprompter zuständig war, hat angeblich Insiderwissen für Wetten auf bestimmte Wörter in Reden genutzt und mehr als 100.000 Dollar verdient. Das Weiße Haus beurlaubte ihn unbezahlt und bezeichnete das Verhalten als "Schande". Der Fall wirft erneut Fragen zu Ethik und Insiderhandel auf, ähnlich wie frühere Vorfälle mit militärischen und politischen Akteuren.
InhaltDer Mann, der seit Jahren den Teleprompter des US-Präsidenten bedient, soll sein Insiderwissen für lukrative Wetten genutzt haben. Jetzt zog das Weiße Haus Konsequenzen. Der Mitarbeiter des Weißen Hauses, der für den Teleprompter von Donald Trump verantwortlich ist, steht im Verdacht, mit Wetten auf Worte in Reden des US-Präsidenten Geld verdient zu haben. Er sei zunächst ohne Bezahlung beurlaubt worden, sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bei einer Pressekonferenz. Trump sei unterrichtet worden und denke, es sei "zutiefst bedauerlich und ehrlich gesagt eine Schande". Auf Plattformen wie Kalshi und Polymarket kann man darauf wetten, ob ein Ereignis eintritt. Polymarket ist in den USA nicht zugelassen, Kalshi wird von der Handelsaufsicht CFTC reguliert – was wiederum umstritten ist. Kalshi lässt die Nutzer unter anderem Geschäfte auf die Wahrscheinlichkeit abschließen, dass bei einem Event bestimmte Worte oder Sätze fallen oder ein Thema angesprochen wird. Der Teleprompter-Mitarbeiter, der seit 2016 in Trumps Diensten stehen soll, habe davon bei Trumps Rede zur Lage der Nation im Februar sowie bei anderen Auftritten des Präsidenten Gebrauch gemacht, berichtete der Fernsehsender ABC unter Berufung auf Quellen mit Kenntnis der CFTC-Ermittlungen. Er habe damit mehr als 100.000 Dollar (aktuell rund 87.400 Euro) verdient. Es ist davon auszugehen, dass er vorab Kenntnis vom Text der Rede hatte. Kalshi-Manager Robert DeNault schrieb auf der Onlineplattform X, dass die Geschäfte dem Dienst aufgefallen seien und man die CFTC selbst eingeschaltet habe. Leavitt sagte, im Weißen Haus gebe es "strikte Ethik-Richtlinien", aufgrund derer solche Geschäfte verboten seien. Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Im April warf das US-Justizministerium einem Soldaten vor, auf der Plattform Polymarket über 400.000 Dollar verdient zu haben, in dem er geheimes Wissen über Pläne zur Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro verwendete. Im Juni begnadigte Trump einen Parteifreund, der 2023 wegen Insiderhandels schuldig gesprochen worden war. Der frühere republikanische Kongressabgeordnete Stephen Buyer aus Indiana war in vier Fällen wegen Wertpapierbetrugs verurteilt und zu 22 Monaten Haft verurteilt worden. Die US-Behörden hatten ihm vorgeworfen, vertrauliche Informationen über bevorstehende Firmenübernahmen genutzt zu haben, um gewinnbringende Aktiengeschäfte zu tätigen.