Colobus congoensis: Neue Affenart in Kongos Regenwald entdeckt

Datum16.07.2026 20:43

Quellewww.zeit.de

TLDREine neue Affenart, der Colobus congoensis, wurde im Kongobecken entdeckt. Die genannte Art, die bereits 2008 gesichtet wurde, erst 2018 durch Analysen bestätigt. Sie ist durch schwarzes Fell, einen langen Schwanz und hellere Färbung um Maul und Nase gekennzeichnet. Die Tiere sind laut Forschern durch Jagddruck und Lebensraumverlust gefährdet und werden als stark gefährdete Art auf der Roten Liste empfohlen. Die Entdeckung unterstreicht die unerforschte Biodiversität der Region.

InhaltIm Kongobecken wurde eine neue Affenart nachgewiesen. Die zu den Stummelaffen gehörende Art ist Forschern zufolge bereits in ihrer Existenz bedroht. Wissenschaftler haben die Existenz einer neuen Affenart in der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen. Der Affe verfügt über glänzend schwarzes Fell, einen langen, geschwungenen Schwanz und eine hellere Färbung um Maul und Nase. Von den Bewohnern des Kongobeckens wird er Likweli genannt. Sein neuer wissenschaftlicher Name: Colobus congoensis. Schon 2008 waren Forscher der Art in einer abgelegenen Region im Regenwald begegnet. Ein damals entstandenes Foto war jedoch nicht aussagekräftig genug, um eine eigene Art zu beweisen. Zehn Jahre später kam es erneut zu einer Sichtung des Primaten, die zu weiteren Untersuchungen führte. Genetische, anatomische und akustische Analysen haben nun bestätigt, dass es sich um eine eigene Art handelt. Am engsten sei die neu entdeckte Affenart mit den Schwarzen Stummelaffen Colobus satanas verwandt, heißt es in einer Studie im Wissenschaftsmagazin PLOS One – und das, obwohl beide Stummelaffenarten durch mehr als 1.200 Kilometer Wald voneinander getrennt seien. An der Studie beteiligt war ein internationales Wissenschaftsteam. Den Forschern zufolge leben die Tiere in einem begrenzten Gebiet in der DR Kongo und sind Jagddruck und Verlust des Lebensraums ausgesetzt. Kurz nach ihrer Entdeckung könnte die Art also bereits gefährdet sein. Das Forscherteam schlägt deshalb vor, den Colobus congoensis auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN zu führen und als stark gefährdet einzustufen. Die Entdeckung der Affenart sei ein wissenschaftlicher Triumph, sagte Kate Detwiler, Professorin für Biowissenschaften an der Florida Atlantic University und eine der Autorinnen der Studie. Sie sei jedoch auch eine "Erinnerung daran, dass einige der seltensten Lebewesen der Erde verschwinden könnten, bevor die Welt überhaupt von ihrer Existenz weiß". Selbst in wissenschaftlich erforschten Regionen würden weiterhin völlig unbekannte Arten entdeckt, sagte Mitautor John Hart von der Lukuru Wildlife Research Station. "Diese Entdeckung unterstreicht, wie viel Biodiversität im zentralen Kongobecken noch unerforscht ist und wie diese Region unser Verständnis der Primatenevolution und des Primatenschutzes weiterhin prägt." Der Studie zufolge verfügt Colobus congoensis über ein markantes, maskenartiges Aussehen. Er ist zudem kleiner als verwandte Affen, nämlich etwa sieben Kilogramm schwer, und unterscheidet sich auch durch seine tiefen, resonanten Rufe von anderen afrikanischen Stummelaffen.