Insiderwissen: Mitarbeiter des Weißen Hauses wettete auf Trump-Reden

Datum16.07.2026 20:49

Quellewww.zeit.de

TLDREin Mitarbeiter des Weißen Hauses soll mit Insiderwissen über Reden Donald Trumps über 100.000 Dollar auf einer Wettplattform verdient haben. Er setzte auf die Wahrscheinlichkeit bestimmter Wörter und Themen. Das Weiße Haus bezeichnete das Verhalten als beschämend und verwies auf geltende Ethikrichtlinien. Der Fall wirft Fragen zur Regulierung solcher Wettplattformen auf und erinnert an ähnliche Vorwürfe gegen einen Soldaten, der angeblich mit Geheiminformationen Geld verdiente.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Insiderwissen“. Lesen Sie jetzt „Mitarbeiter des Weißen Hauses wettete auf Trump-Reden“. Der Mitarbeiter des Weißen Hauses, der den Teleprompter von Donald Trump bedient, steht im Verdacht, mit Wetten auf Worte in Reden des US-Präsidenten Geld auf einer Vorhersage-Plattform verdient zu haben. Er sei zunächst ohne Bezahlung beurlaubt worden, sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bei einer Pressekonferenz. Trump sei unterrichtet worden und denke, es sei "zutiefst bedauerlich und ehrlich gesagt eine Schande". Auf Plattformen wie Kalshi und Polymarket kann man darauf wetten, ob ein Ereignis eintritt. Polymarket ist in den USA nicht zugelassen, Kalshi wird wie eine Börse mit Terminkontrakten von der Handelsaufsicht CFTC reguliert - was wiederum umstritten ist. Kalshi lässt die Nutzer unter anderem Geschäfte auf die Wahrscheinlichkeit abschließen, dass bei einem Event bestimmte Worte oder Sätze fallen oder ein Thema angesprochen wird. Der Teleprompter-Bediener habe davon bei Trumps Rede zur Lage der Nation im Februar sowie bei anderen Auftritten des Präsidenten Gebrauch gemacht, berichtete der Fernsehsender ABC unter Berufung auf Quellen mit Kenntnis der CFTC-Ermittlungen. Er habe damit mehr als 100.000 Dollar (aktuell rund 87.400 Euro) verdient. Es ist davon auszugehen, dass er vorab Kenntnis vom Text der Rede hatte. Kalshi-Manager Robert DeNault schrieb auf der Online-Plattform X, dass die Geschäfte dem Dienst aufgefallen seien und man die CFTC selbst eingeschaltet habe. Leavitt sagte, im Weißen Haus gebe es "strikte Ethik-Richtlinien", aufgrund derer solche Geschäfte verboten seien. Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Im April warf das US-Justizministerium einem Soldaten vor, auf der Plattform Polymarket über 400.000 Dollar mit geheimem Wissen über Pläne zur Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro Anfang Januar verdient zu haben. © dpa-infocom, dpa:260716-930-396739/1