Südafrika: Nigeria holt 1500 Bürger aus Südafrika zurück – wegen rassistisch motivierter Gewalt

Datum16.07.2026 20:52

Quellewww.spiegel.de

TLDRNigeria hat 1490 seiner Bürger aus Südafrika zurückgeholt, nachdem es zu rassistisch motivierter Gewalt gegen Einwanderer gekommen war. Selbst ernannte "Ordnungshüter" greifen Migranten an und machen sie für Arbeitslosigkeit und Kriminalität verantwortlich. Der Tod zweier Nigerianer führte zu einer behördlichen Evakuierung durch Nigeria. Auch andere afrikanische Staaten melden Tote infolge der Unruhen.

InhaltSelbst ernannte "Ordnungshüter" greifen in Südafrika Zuwanderer an. Sie sollen unter anderem für die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich sein. Nach dem Tod zweier Nigerianer holt das Land Tausende seiner Bürger zurück. Nach einer Reihe rassistischer Angriffe in Südafrika hat Nigeria die Evakuierung von fast 1500 seiner Bürger abgeschlossen. Insgesamt seien 1490 Menschen auf ‌eigenen Wunsch ausgeflogen worden, teilte das nigerianische Außenministerium mit. Der letzte von fünf Evakuierungsflügen mit 305 Rückkehrern sei am 15. Juli in Lagos gelandet. Trotz enger bilateraler ​Beziehungen zu Südafrika sei die Haltung Nigerias klar, sagte ein ⁠Sprecher: Die rassistisch motivierte Gewalt gegen seine Bürger sei inakzeptabel. Hintergrund sind wiederholte gewaltsame Übergriffe auf Zuwanderer in Südafrika. Nigeria hatte ‌den Tod von zwei seiner Staatsbürger beklagt, ​von denen ‌einer bei einem Polizeiverhör ums Leben gekommen sein soll. Die Regierung in Abuja drohte daraufhin mit nicht näher bestimmten Maßnahmen, sollten die Angriffe anhalten. In den vergangenen Monaten hatten selbst ernannte Ordnungshüter immer wieder ausländische Staatsangehörige angegriffen und deren Geschäfte geplündert. Viele ‌Südafrikaner machen Einwanderer ​für Probleme wie Kriminalität ‌und Arbeitslosigkeit verantwortlich. Auch andere afrikanische Staaten ‌wie ​Mosambik und Ghana meldeten, dass eigene Staatsangehörige bei den Unruhen getötet wurden.